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Ein Rezept in Print-Format

Man nehme:

  • das Thema Kind;
  • besser noch: das Thema Familie;
  • den dazu passenden Spruch: „Wir stellen nicht das Kind in den Mittelpunkt“;
  • Cover wir Magazineine Sammlung von Blogbeiträgen Kolumnen;
  • zum Beispiel von Remo H. Largo, bekannt als Autor eines respektablen Baby-Ratgebers;
  • oder von Michael Tyrannen Winterhoff;
  • das ewige Lied vom Wohnen in der Stadt versus dem Wohnen auf dem Land, am besten mit Beispielen, in denen sich alle adäquat wiederfinden und wohlfühlen;
  • etwas Prominenz mit Baby auf dem Cover, muss weder weiblich noch blond sein;
  • ein Bild mit möglichst nackter Haut an exponierter Stelle – wenn schon nicht das Cover geht, dann reicht das Inhaltsverzeichnis;
  • den Mut und Drang, das alles auf Papier zu drucken und nicht einfach in das Internet zu hängen.

Man bekommt: die Erstausgabe von wir – einem neuen Familienmagazin. Kein Hochglanz. Trotzdem keine Konturen. Somit bestimmt keine Stellen zum Anecken. Das liest sich prächtig, zum Beispiel dort, wo einen der Sohn rechtzeitig wieder abholt.

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Zum Aktionismus bezüglich gewaltverfallener Nachwüchsler

„Jeder Euro, der in Kinderbetreuung fließt, fließt später nicht in den Knast“, ist das Credo der Kriminologen.

Und zitiert werden diese Krimonologen von Annette Ramelsberger in einem Artikel in der SZ, welcher zwar noch aus dem letzten Jahr stammt, deswegen aber nicht weniger aktuell und relevant ist. Was man nicht zuletzt daran erkennen kann, dass es heute den passenden Leitartikel in der gleichen Zeitung hinterher gab.

Von der Vordergründigkeit der im Artikel konkret referenzierten Tat des Überfalls zweier Jugendlicher auf einen älteren Herrn abgesehen, schafft es der Text, nachhaltige Politik einzufordern. Auch nach konkreten, verabscheuungswürdigen Taten ist nicht Aktionismus gefragt sondern ein Hinterfragen von Ursachen.

Gerade, wenn es um unsere Kinder und jene geht, die als Jugendliche bezeichnet werden, sollten wir uns nicht nur fragen, was wir mit ihnen machen, wenn es erst mal zu spät ist. Warum fragen wir uns nicht viel lieber mal, was wir mit ihnen machen können und wollen so lange wir noch die Chance dazu haben?

Pauschale Antworten sind partielle Antworten. Das gilt auch für die im Artikel angepriesenen Ganztagsschulen. Aber lieber eine partielle Antwort als gar keine Antwort und lieber ein Reden darüber als stur in ewig gestrigen Ideologien zu verharren.

Erziehung als proaktive, nicht reaktive Beschäftigung. Das klingt doch gar nicht so verkehrt.