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Politik zum Nachtisch

Man soll nicht nur die Feste feiern, wie sie kommen, sondern auch das Obst dann essen, wenn es frisch ist.

– besonders schlaue Lebensweisheit

Der Sohn hält viel von großen Sprüchen. Und schlauen Lebensweisheiten gegenüber ist er ebenfalls sehr aufgeschlossen. Also sitzt er dort, wo er generell gern sitzt: auf dem hohem Stuhl am Küchentisch. Und brüllt: «Sauer macht lustig!»

Als moderner Mann von heute bin ich natürlich ein Experte im Deuten der Wünsche des jungen Mannes. Hole also die Schälchen aus dem Schrank, fülle sie und stelle sie auf den Tisch.

«Rhabarber, mein Sohn?» – frage ich rhetorisch.

«Mit Eis!»

Auch das. Hauptsache, es schmeckt. Was offenbar der Fall ist, denn die Vorräte schmelzen schnell. Nicht nur beim Eis. Was auch gut so ist, denn Obst soll man bekanntlich essen, wenn es frisch ist. Und ich beschließe mit der Dame des Hauses, die Reste großzügig aufzuteilen. Der Rhabarber muss weg.

«Sohn, möchtest Du auch noch Rhabarber?» – frage ich eher beiläufig.

«Ja. Viel mehr!» Er ist zwar satt, aber zu Opfern bereit. Und erläutert diese gern:

«Obama weg muss!»

Da sag‘ noch mal jemand, die Jugend wäre verdrossen. Politik? Yes, we can! Und verspeisen Euch zum Nachtisch.

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Alles Obst auf den Tisch, am besten ganz frisch.

Obst ist gesund. Obst kommt auf den Tisch, am besten ganz frisch. Es kommt aus der Gegend, ist quasi noch lebend. Frisch vom Acker geschnitten, lassen wir uns nicht bitten.

Die Saison ist eröffnet. Der Tisch ist gedeckt. Das Frischobst in der Schale, der Rhabarber auf der Wage. Dann kommt er in den Topf, wird zu feinem Kompott. Alles Obst auf den Tisch, am besten ganz frisch!

So erzähle ich es auch dem Sohn: «Das Obst ist gut, also hab‘ nur Mut.» Und ich möcht‘ nicht nur reden. Nein. Er soll es auch sehen. Mein Löffel verschwindet, der Rhabarber sich windet. Löffel wieder raus, es ist ein feiner Schmaus.

Nur der Sohn, der schaut. Dem Segen nicht traut. Skeptisch ist sein Blick, ich sag‘: «Komm, such den Kick!» Da er noch nicht zuckt, reim‘ ich wie verrückt: «Rhabarberkompott und der Sommer kommt flott.»

Darauf lässt er sich nicht bitten, lässt fallen alle Sitten. Probiert das Kompott sofort, gleich an Stelle und Ort. Nimmt sich Nachschlag dazu, verschlingt auch diesen im Nu. Strahlt mich an ohne Reue und spricht mit Bauernschläue: «Sauer macht lustig!»

So einfach kann’s gehen.