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Gelesen: Der Fuchs von Frederick Forsyth

Der Fuchs ist ein autistischer Teenager, der sich gut auf das Hacken von Hochsicherheits-IT-Systemen versteht, weil diese halt aus seiner Sicht schlicht nicht gut genug abgesichert seien. Das müsste man den Betreibern doch zeigen. Also legt er los und macht genau das, ganz still in seinem Kämmerchen, ohne großes Aufsehen damit zu beabsichtigen.

Was für ein Setting. Aus diesem Kind, diesem Altruismus, dieser Fähigkeit und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten könnte viel Spannendes entstehen.

Aber was kommt?

Die Geschichte eines Geheimdienst-Veteranen, der aus dem Ruhestand geholt wird, um dem kalten Krieg nachzutrauern und noch ein wenig Gute-Jungs gegen Böse-Jungs mit den alten Schergen zu spielen. Da gibt’s viel Namedropping von Geheimdiensten und ihren Personen, die alle nicht so ganz real sind, aber bei denen man sich ganz clever fühlen kann, da man augenzwinkernd ahnt, wer jeweils wirklich gemeint ist.

Der hochbegabte Junge? Taucht gelegentlich auf, um Geheimcodes für die alten Herren zu besorgen und das ahnungslose Opfer zu spielen, welches von den einen Agenten vor den anderen Agenten beschützt werden muss.

Ganz ehrlich? Meine Güte. 🙄 Finger weg, ganz ohne noch groß zu überlegen, ob Rainer Schmidt es als Übersetzer wenigstens sprachlich retten kann.

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Gelesen: Verdammte Liebe Amsterdam von Frank Göhre

Das wurde aber Zeit, hier haben wir endlich das dritte und letzte Exemplar der Ausbeute vom Indiebookday des letzten Jahres.

Die Verdammte Liebe Amsterdam von Frank Göhre ist bei CulturBooks erschienen. Das bürgt durchaus für Qualität. So richtig daneben liegt man bei dem Verlag nicht, da sage doch nochmal jemand, dass diese Art des Gatekeepings keine Rolle mehr spiele. Verlage, die noch etwas auf sich geben, die ein wenig Haltung zeigen und nicht einfach nur den üblichen Mainstream aus den üblichen Quellen ein- und wieder verkaufen, haben durchaus ihren Reiz.

Hier mit einem Kriminalroman. Das Buch hat etwa 150 Seiten, ist also eher handlicher Natur. Aber davon soll man sich mal lieber nicht täuschen lassen, auch wenn die Handlung auf den ersten Blick recht übersichtlich wirkt: Ein Hamburger Restaurantbesitzer erfährt vom Tod seines Bruders irgendwo bei Köln, fährt dort hin um zu gucken, wie es dazu kommen konnte. So weit, so gut. Doch in einem heillosen Durcheinander von heillos chaotischen Figuren gibt’s ein heilloses Hin und Her zwischen Köln und Amsterdam (der Buchtitel!) und Rotlichtvierteln und Drogen und noch mehr Toten und kuriosesten Kleinkriminellen, die sich selbst natürlich immer ganz groß finden.

Da ist also ziemlich viel los auf relativ wenigen Seiten. Da wird nicht viel geschwafelt, eher dicht erzählt. Es hilft, gut aufzupassen, um bei den Charakteren nicht zwischendurch ein wenig durcheinander zu geraten. Aber das hilft ja generell im Leben, nicht wahr? Eben.

Verdammte Liebe Amsterdam – eine unterhaltsame und kurzweilige Angelegenheit.

Und irgendwann besinnen sie sich bei CulturBooks vielleicht wieder darauf, dass ihre Cover früher zwar irgendwie alle einheitlich und auf den ersten Blick langweilig wirkten, dabei aber erheblich charmanter und überzeugender waren, als den Buchtitel neben dem irre präsenten Namen des Autoren in den Hintergrund zu drängen. Göhre – who cares?

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Gelesen: Die Rückkehr der Kriegerin von Susanne Pavlovic

Das hat doch neulich mit der Geschichte von der Reise ans Meer ganz gut geklappt. Susanne Pavlovic kann solide erzählen. Das nutzen wir gern aus und greifen wieder zu. Und warum dann nicht mal eine Fantasyerzählung nehmen, wenn sie sich in dem Genre doch so umtriebig zeigt? Eben.

Die Geschichte einer Kriegerin also. Krona Karagin heißt sie. Und diese Dame hat’s echt in sich. Sie hat beim Militär gedient, war dort sehr erfolgreich, stellte irgendwann zu viele Fragen und gönnte sich erstmal eine Auszeit. Da man in dieser irgendwie über die Runden kommen muss, verdient sie sich als Söldnerin, nimmt also Auftragsarbeiten an. Bei einer solchen stößt sie auf eine Feuerdämonin. Sie gehen nicht im Guten auseinander. Krona ist sauer und sammelt eine Gruppe bunt zusammengewürfelter Gefährten um sich, um besagte Dämonin zur Strecke zu bringen.

Das ist so grob der Hintergrund der Rückkehr der Kriegerin. Wir begleiten die Helden sowohl durch das Zusammensuchen der Reisegruppe, als auch durch diverse Abenteuer, bei denen sie Zaubern, mystischen Sagen, von den Toten auferstehenden Geistern und ähnlichen Unholden begegnen. Dabei sind die Darsteller kampferprobt, clever, mutig und trotz aller Hürden am Ende aller kleinen Abenteuer, die sich zwischendurch auftun, immer auch erfolgreich. Gleichzeitig zeigen sie Gefühle, sind zerbrechlich, aufeinander angewiesen.

Das ist spannend, rührend und mitreißend erzählt. Es macht Spaß, durch diese Geschichte zu reisen.

Also alles gut?

Nicht ganz. Denn auch wenn dieses Buch ganz formal als Teil einer Trilogie angepriesen wird, endet es sehr abrupt. Es hört quasi mitten in der Geschichte auf. Die Feuerdämonin? Irgendwo weit weg. Der Weg zu ihr? Reichlich unklar. Sicher ist: Es gibt noch zwei Teile und in denen soll auch ruhig etwas erzählt werden dürfen. Aber trotzdem hätte schon der erste Band ein würdiges Ende verdient. So bleibt man etwas ratlos und enttäuscht zurück.

Schade eigentlich.

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Indiebookday 2021

Same procedure as last year? Same procedure as every year.

Seit 2013 gibt’s den Indiebookday. Sind wir hier auch seitdem dabei? Moment, mal gucken. Also: 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020. Jo, passt. Auch wenn von der Ausbeute des letzten Jahres eines noch gar nicht gelesen ist.

Ergo geht’s hier in diesem Jahr etwas bescheidener zu. Die Buchhändlerin des Vertrauens hat genau ein neues Werk ins Haus geschickt, es ist Der Schiffskoch von Mathijs Deen, aus dem Niederländischen übersetzt von Andreas Ecke.

Veröffentlicht hat’s der mare-Verlag, welcher mit soliden Geschichten verlässlich für ordentliches Fernweh sorgt. Da es mit dem Verreisen momentan eher nicht so läuft, ist das doch eine feine Sache.

Ich freue mich drauf.

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Tweet-o-Rasa. Oder: Alte Tweets einfach mal löschen

Social Media. Konkret: Twitter. Der Platz, an dem man spontane Sprüche los wird; bei dem man an einer großen, langen Theke abhängt, um mit anderen über den Sinn des Lebens zu philosophieren oder das Geschehen der Umwelt ein wenig abzulästern; manchmal auch der Platz, bei dem man sich angemessen über das jeweilige Aufregerthema des Tages echauffiert, um zu zeigen, wie moralisch überlegen man ist, ganz ohne eigene Lösungsansätze aufzeigen oder gar wirklich etwas Sinnvolles machen zu müssen.

Das geht da alles.

Und genau so, wie wir unsere abendlichen Stammtischgespräche nur selten in Buchform verewigen, ist die Meinungsäußerung auf Twitter flüchtig, geschieht eher en passant als für die Ewigkeit gemacht. Das ist auch durchaus so beabsichtigt und eingebaut. Man muss sich schon reichlich Mühe geben, um per Hand wieder ganz an den Anfang zurück zu kommen.

Es sammelt sich über die Zeit somit ein Archiv von Tweetleichen an, die für einen selbst vielleicht nostalgisch wertvoll sein mögen, die aber – je nach persönlichem Gusto – nicht wirklich brauchbar sind. Da kann man also ruhig mal aufräumen, wenn einem der Sinn danach steht.

Mit Tweet-o-Rasa habe ich mir mal einen kleinen Automatismus für genau diesen Zweck zusammengeschustert. Der macht das hier:

  • Eigene Tweets löschen, die älter als eine vorgegebene Zahl von Tagen sind.
  • Eigene Likes löschen, die älter als eine vorgegebene Zahl von Tagen sind.

Wer möchte, darf das gern auch selbst benutzen. Der Link erklärt hoffentlich verständlich (genug), wie das geht. Wenn nicht: Einfach fragen.

Die dort stehende Warnung unterstreiche ich jedoch gern nochmal explizit: Es gibt keine Garantie für irgendwas. Das Tool könnte was löschen, vielleicht macht’s das aber auch nicht. Es sollte das besagte Mindestalter von Tweets und Likes beachten, vielleicht räumt’s Euch aber auch den Account leer. Wie gesagt: Es ist zusammengeschustert. Im Zweifelsfall müsst Ihr halt einfach die Timeline wieder neu befüllen. 🤷‍♂️