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5 Dinge, die man in seiner ersten Woche als Papa erledigen kann

Ich zitiere gleich mal frisch von der Webseite des Karlsruher Standesamtes:

Zur Anzeige der Geburt sind, und zwar in nachstehender Reihenfolge, verpflichtet:

  • der Vater des Kindes,
  • die Hebamme, die bei der Geburt zugegen war,
  • der Arzt, der bei der Geburt zugegen war,
  • jede andere Person, die dabei war oder von der Geburt aus eigenem Wissen unterrichtet ist,
  • die Mutter, sobald sie zur der Anzeige imstande ist.

Na, wenn das so ist, steht man als männlicher Elter ja doch nicht vollkommen nutzlos in der Gegend herum.

Und nutzen wir doch gleich mal die Gelegenheit und überlegen, was so die ersten großen Heldentaten des Alltages eines frisch gebackenen Herrn Papa in der ersten Woche seiner neuen Rolle sind. Vom Schwelgen in totaler Begeisterung seiner kleinen, wohl gelungenen Meisterleistung einmal abgesehen:

  1. Windeln wechseln. Und zwar mit Begeisterung, bitte. Es ist schließlich die große Tat, die neben dem Stillen mehr oder weniger zwangsweise zu erledigen ist. Und im Gegensatz zum Stillen können wir Herren hier ganz ungestört mit dem Kleinen die Zweisamkeit genießen.
  2. Anmelden des Zwerges auf dem Standesamt. Auch, wenn das Amt es nahe legt, hat das wenig damit zu tun, ob die werten Eltern nun verheiratet sind oder nicht. Es ist ein vorgeschriebener bürokratischer Akt – also erledigen und gut ist. Und wie schon obigem Zitat zu entnehmen ist, macht man das als moderner Mann am besten selbst und überlässt es nicht irgendwelchen Hebammen oder Kliniken. Schließlich steht man in der Rangordnung weiter oben. Und Stolz ist Stolz.
  3. Elternzeit anmelden. Und zwar für die bezaubernde und frisch gebackene Mutter gleich mit. Von Rechts wegen hat dieses gemäß § 15(7) des BEEG sieben Wochen vor Antreten besagter Zeit zu erfolgen. Für jene, die es mit streng organisierten oder streitfreudigen Arbeitgebern zu tun haben, empfiehlt es sich, die Frist einzuhalten. Und bei verbleibenden acht Wochen Mutterschutz beginnen die sieben Wochen nach der ersten Lebenswoche des kleinen Zwerges.
  4. Elterngeld-Informationen vom Arbeitgeber besorgen. Lässt sich hervorragend mit dem vorherigen Punkt verbinden. Und während man sich die Formulare gern von der Webseite der zuständigen Organisation herunter laden kann, braucht der Arbeitgeber zum Bescheinigen des Einkommens vor der Geburt des Kindes sowie dem Einkommen nach der Geburt passenderweise das Geburtsdatum und den Namen des Kleinen. Wer die Muße hatte, kann den Rest des Elterngeld-Antrages natürlich auch schon vorbereitet in der Schublade liegen haben. Eine Sorge weniger.
  5. Qualitätszeit mit dem Zwerg verbringen. Und zwar richtig. Knuddeln. Knutschen (noch wehrt es sich nicht, das kann nur zehn Jahre später ganz anders aussehen). Herumtragen. Bewundern. Geschichten erzählen. Stolz sein. Die Windeln gewechselt haben wir ja schon in Punkt eins.

Wer übrigens mit dem Gang zu Ämtern ein Problem hat: Beim Standesamt ist es alles nicht so wild. Für gewöhnlich sind die Leute dort offenbar davon verwöhnt, dass sie es meist mit erfreulichen Aktionen zu tun haben: Hochzeiten und Geburten. Entsprechend entspannt sind die Beamten drauf, freundlich noch dazu, und schnell geht es ebenfalls. Also nur keine Angst.

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Sicher ist sicher, oder: fehlgeleitete Warnhinweise

An einem frisch erstandenen Kinderwagen hängt folgendes Schild:

kinderwagen_warnhinweis.png

Zur besseren Lesbarkeit:

Warnhinweis:

  • Für Kinder unter 6 Monaten ist dieser Sitz nicht geeignet.
  • Es kann gefährlich sein, Ihr Kind unbeaufsichtigt zu lassen.
  • Es ist nicht möglich, mit diesem Produkt zu jeggen oder zu skaten.

Gleich neben dem Schild findet sich eine dieser klassischen Babyschalen, wie man sie auf Kinderwagen oft findet. Eines dieser guten Stücke, in die schon der Papa von gestern aber auch noch der Papa von heute sein Neugeborenes hinein legt, um es anschließend stolz durch die Gegend zu chauffieren. Und ich bin mir da zwar nicht ganz sicher, glaube aber fest, dass so manches Papasöhnchen nach sechs Monaten in besagter Babyschale nur noch mit Mühe seinen Platzbedarf gestillt bekommt.

Beim Vorgängermodell hieß es im letzten Punkt übrigens noch »joggen« statt »jeggen«. So schnell geht die Entwicklung: der Sohn ist gerade frisch auf der Welt und schon hat der Papa offenbar den Anschluss an die neuesten sprachlichen Trends verpasst.

Nur gut, dass ich aber dank des mittleren Punktes jetzt wenigstens weiß, dass ich mein Kind besser nicht unbeaufsichtigt lassen sollte. Könnte gefährlich werden! Falls das einer dieser traumhaft schönen Absicherungsversuche gegen alberne Klagen sein soll, gefällt mir folgender Kommentar der Übersite ganz gut: »Hello, my name is Common Sense. Why don’t you sue me?«

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Gut und böse

Wenn der moderne Mann von heute erst einmal Papa geworden ist, hat er zwei Leute, die die Orientierung in seinem Universum stützen: sein Kind und dessen Mutter. Zumindest für eine Zeit wohl auch in der Reihenfolge. Der letzteren Dame scheint es im Großen und Ganzen aber nicht viel anders zu gehen. Denn natürlich liebt sie zuerst einmal ihren goldenen neuen Engel, den Vater des selbigen aber irgendwie trotzdem weiter. Und ebenso natürlich begrüßt sie jedwede Fürsorge, die der eine dem anderen angedeihen lässt.

Aber wehe, der Gatte entführt das Kind schon nach nur zwei Tagen und geht mit ihm auf Reisen. Selbst wenn diese Reise nur zum Kinderarzt geht. Dann macht der Mann erst einmal etwas vordergründig sehr, sehr böses. Und erntet entsprechende Blicke beim Verlassen des trauten Heimes.

Nur gut für den modernen Mann von heute, dass die Blicke bei seiner Rückkehr wieder genau ins Gegenteil schlagen, wenn er aber vor allem das Kind wohl auf ist. Dann ist er wieder gut, die Welt ein besserer Platz und er kann sich wieder ungestört der weiteren Erkundung seines neu geordneten Universums hingeben.

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Ersatzbeschäftigung

Der Mann von heute ist ein ganz moderner. Und er darf es meistens sogar ganz legal sein. Kaum einer guckt ihn mehr blöd dafür an. Sogar bei der Geburt ist er dabei. Oftmals. Bis auf die paar Ausnahmen, die sich das entweder nicht zutrauen, es tatsächlich nicht verkraften oder sich auf die alten Werte besinnen und statt im Kreißsaal dumm im Weg herum zu stehen lieber draußen im Wald auf Mammutjagd gehen. Der Rest, der atmet mit und überlegt, wann er sich am geschicktesten seinem mitgebrachten Lunchpaket widmen kann.

Und da selbst der moderne Mann von heute weder den schönen Kugelbauch durch die Gegend schieben kann, noch eine wirklich aktive und produktive Rolle beim eigentlichen Gebärvorgang zu übernehmen in der Lage ist, kann er entweder vollkommen sinnfrei herum tollen und sich vom Zeugungsschmerz erholen oder er sucht sich Ersatzbeschäftigungen. Wie zum Beispiel das Ausfüllen von Elterngeldanträgen. Die sind noch nicht mal ein Jahr alt und schon ganz toll, heiß begehrt und als hochkomplexe Geschöpfe bekannt, die offenbar den aktuellen Gipfel der Formularevolutionsgeschichte darstellen und in dieser Rolle einen der Grundsteine der aktuell katastrophalen Demographieentwicklung bilden.

Da hat der moderne Mann von heute natürlich Respekt. Schon bevor er auch nur einen Blick in das werte Formular geworfen hat. Bis er dann irgendwann all seinen Heldenmut zusammen nimmt und sich daran macht, das Formularungetüm zu bezwingen. Kaffee gemacht. Kugelschreiber gezückt. Papier ausgebreitet. Kugelschreiber angesetzt. Fertig.

Fertig? Fertig! Nach gefühlten zehn Minuten und realen fünfzehn. Fünf sind wohl dafür drauf gegangen, dass der moderne Mann von heute ernsthaft über seinem in das Formular einzutragende Geburtsdatum sinniert und überlegt, ob es ihm sagen will, dass er irgendwann in der letzten Zeit klammheimlich zum alten Eisen mutiert ist. Nur gut, dass diese Sinnierphase nicht gar zu lange dauert. Für fünf Minuten war es gerade noch erträglich.

Formularmammut erledigt. Warum nur habe ich das Gefühl, dass es im Kreißsaal nicht so sanft ablaufen wird?

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Dough workout

For the very first time, I made some bread rolls. Not just by myself, but that’s not the point. The point is: That is some physically challenging thing to do. Why are all those fitness people so quiet about making your own bread? A dough workout is a tough workout. And the result even tastes good.