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Wie kommt man in Australien ins Internet?

Australien ist weit weg. Aber das mit dem Internet funktioniert quasi exakt genauso, wie bei uns auch: Am besten erledigt man es mobil über das Smartphone oder Tablett. Vielleicht hat der heimische Anbieter ja ein passendes Roaming mit im Angebot. Das scheint gemeinhin jedoch eher unüblich zu sein.

Also holt man sich eine passende SIM in Australien mit einem angemessenen Prepaid-Tarif dazu. Die Karten gibt es quasi überall. Die erste wird einem zum Beispiel gleich am Flughafen in die Hand gedrückt. In diesem Fall von Vodafone mit einem durchaus verwendbaren Angebot: Ein paar GB für ein paar australische Dollar:

Damit kann man einen Monat gemeinhin überleben. Oder besser: Man könnte. Denn davor steht die hauptsächliche Crux. So eine SIM-Karte möchte nämlich aktiviert werden. In diesem Fall klappt das bei Vodafone tatsächlich nur mit australischen Personalausweisen, Führerscheinen oder Reisepässen. Das ist somit eher unpraktisch. Diese SIM landete glatt in der Tonne.

Den nächsten Fund gab’s dann in einem lokalen Supermarkt: Telstra wirbt für die eigenen Datentarife:

Klingt auch okay, das könnte reichen. Notfalls lässt sich das Paket auch auffrischen. Telstra ist neben Vodafone und Optus auch einer der drei eigentlichen Anbieter in Down Under. Das passt also.

Aber auch hier: Spaß mit der Aktivierung der Karte. Es hat ganze drei Anläufe dafür gebraucht: ein normaler über das Smartphone, ein Support-Chat über ein anderes Smartphone und ein Anruf vom Festnetz einer Freundin. Das ist auf Reisen natürlich etwas suboptimal. Aber im Ergebnis hat’s am Ende immerhin funktioniert. (Dieser Beitrag entstand zum Beispiel auf einem Smartphone mittels Telstra aus einem Camper heraus. Aber das nur so am Rande.)

Sehr charmanter Nebeneffekt dieser Telstra-Karte: Man bekommt mit ihr eine eigene australische Mobiltelefonnummer und unbegrenzte Anrufe innerhalb des Landes einfach so dazu. Das ist nützlicher, als man naiv so meinen könnte. Vor allem, wenn man so unterwegs ist, telefoniert man doch respektabel häufig. Sei es, um Campingplatz-Verfügbarkeiten abzustimmen, sei es für lokale Tour-Anbieter, sei es für ein Taxi oder sei es für irgendeine Behörde, welche einem kreativ Parktickets übereignet, obwohl man selbst bereits vollkommen valide erworben hat: Ein Anruf in Ehren mögen sie alle selten verwehren.

Nicht zuletzt bei den SIM-Karten-Aktivierungs-Späßen fällt jedoch auf, dass es hilfreich sein kann, ein Fallback mit im Gepäck zu haben. Neben den oben erwähnten eher sparsamen Roaming-Angeboten hat sich hierfür glatt die AirBaltic-Card bewährt:

Die Webseite wirkt etwas spartanisch. Aber die Karte kann man sich bereits vorab besorgen und ausprobieren. Das ist durchaus etwas wert. Als zusätzlicher Bonus funktioniert diese Karte wirklich quasi überall und somit zum Beispiel auch dann, wenn man nur für ein paar Stunden auf irgendeinem Flughafen zum Umsteigen herumlungert. Wie gesagt: sehr praktisch, diese Karte.

Die Moral von der Geschicht: Wenn die AirBaltic-Card kommt mit, mehr Daten sind geschafft zu dritt, bist für das Internet in Down Under du fit.

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Ein kleines Reisemärchen

Es war einmal eine Familie mit zwei Kindern. Sie liebten es sehr, ihren Urlaub an heimischen Küsten zu verbringen. Kurze Wege und schöne Strände können schließlich faszinieren. Und das Buddeln im Sand, das (beinahe!) Entdecken von Bernsteinschätzen, das Zählen vorbeifahrender Boote sowie das Suchen nach Küsschenwachen haben wirklich traumhafte Erinnerungen geschaffen.

Doch plötzlich zog es sie in die Ferne. »Warum nicht einmal weiter weg? Fern von zu Hause ist es vielleicht doch auch ganz nett«, sprachen sie.

Gesagt, getan. Flugzeug bestiegen. Und siehe da: Ihr Wille wurde erhört, es ging weit weg.

Und dieses war gar nur die erste Etappe. Zum Stopp-over nach Hong Kong, wie man es weltmännisch auch nennen könnte. Aber so einen Formulierungsunfug macht unsere Familie ja nicht.

»Am Ende zählt, was hinten rauskommt«, sagten stattdessen schon ganz andere Herren. Für unsere kleine Reisefamilie kam das hier:

Sehr feine Sache. Sie kamen, sahen und staunten. Irgendwo in Australien. Und wenn sie nicht heimgekehrt sind, dann reisen sie noch heute. Oder berichten vielleicht noch ein wenig davon.

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Wie kommt man hoch zum Leuchtturm in Byron Bay?

In Australien gibt es so einige sehenswerte Sachen. Und dazu zählt tatsächlich mehr als nur ein roter Felsen irgendwo im Hinterland und ein Opernhaus in Sydney. So gibt es zum Beispiel den stärksten Leuchtturm des Landes. Dieser steht in Byron Bay, dem östlichsten Punkt von Kontinental-Australien. Man muss das so genau sagen, denn irgendeine Insel liegt natürlich immer noch weiter draußen. Man kennt das ja.

Dieser Leuchtturm ist auf jeden Fall etwas besonderes. Steht ganz im Osten, leuchtet schön hell, sieht gut aus und steht auf einem Hügel. Dort kann man also ruhig mal hoch gucken.

Fragt sich nur: Wie macht man das am besten? Wie genau kommt man dort hin? Vor allem, wenn man sich eh schon unten im Ort befindet, vielleicht sogar am Strand abhängt?

Es gibt durchaus Reiseführer und Webseiten mit Tipps. Aber es sind die Details, die zählen. Gerade bei den Navigationslegasthenikern unter uns kann schon ein kleiner dezent fehlender Hinweis zum Chaos führen. Glaubt’s mir, hier weiß ich glatt, wovon ich rede. Darum ergänzen wir besagtes Detail an dieser Stelle gern. Das ist hier schließlich ein Service-Blog. Hier werden Sie geholfen. Oder so.

Wir starten also am Strand von Byron Bay. Und schon hier kann man gern irgendwo einkehren, wie andere es anschaulich erklären. Das kann man machen oder lassen, am Ende zählt, ob man zum weißen Turm nach oben findet. Dabei geht es kurioserweise gar nicht immer nach oben. Aber der Reihe nach.

Den Anfang macht der Strand. Diesen laufen wir bis ans Ende, ganz ans Ende. Bitte nicht zu früh aufgeben, so verlockend es auch erscheinen mag. Im Bild oben sieht man gut, dass das Gelbe (das ist der Strand) tatsächlich aufhört. Ob man an dieser Stelle den Fisherman’s Lookout besteigt, gehört ins Reich der persönlichen Präferenzen. Für den Weg zum Leuchtturm ist es komplett egal.

Für diesen Weg zählt: Am Ende des Strands biegen wir ab und landen auf einem Parkplatz. Klingt kurios, ist aber so. Bitte links halten. Es führt ein Wanderweg nach oben. Den nehmen wir.

Leuchtturm von Byron BayUnd sind kurz darauf verwirrt. Denn es geht bergab. Ein ganzes Stück sogar. Das wirkt gar nicht intuitiv, ist aber trotzdem korrekt. Ebenso wie der Umstand, dass man auf einmal wieder auf einer befahrenen Straße steht. Der Wanderweg macht hier eine Pause. Wirkt skurril, ist aber so. Also gehen wir hübsch an der Straße entlang, ohne uns irritieren zu lassen. Stattdessen genießen wir lieber den Blick aufs Wasser. Irre, wie chic das ist.

Und zack geht’s auch wieder hoch. Woraufhin sich der Weg gabelt. Hier ist’s egal, welchen Weg wir nehmen. Einer der Pfade ist zwar eine Sackgasse, aber nur eine kurze. Und die kann sich lohnen. Je nach Jahreszeit gibt’s hier nämlich vorbeiziehende Wale zu beobachten. Das ist beeindruckend. Bitte machen. Und dann einfach zurück zur Weggabelung und weiter nach oben wandern. Das dauert ein wenig. Und es geht wirklich hoch. Das ist glatt anstrengend. Irrungen gibt’s jedoch keine mehr. Wir können hier einfach dem Wanderweg folgen. Am Ende gibt’s einen Satz ordentlicher Stufen.

Und dann hat man’s geschafft. Der Turm steht vor einem und sieht gut aus. Beim Blick auf’s Wasser kann man noch einmal Wale gucken, die sehen auch gut aus. Und dazu gibt’s ein Eis, das sieht aus wie viele andere auch. Schmeckt aber ganz gut.

Die Sache mit den Sehenswürdigkeiten in Australien ist wirklich eine faszinierende.

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Mit dem Eisbrecher auf der Hanse Sail

Nach der Marathonnacht ist vor der Hanse Sail. Das im letzten Jahr so. Und das gilt auch in diesem.

Wer sagt aber eigentlich, dass man auf so einer Veranstaltung nur mit Segelbooten zu tun hat? Dem ist nämlich gar nicht so. Dampfende Eisbrecher gibt es ebenfalls. Die Hamburger Stettin zum Beispiel. Das ist ein gut 85 Jahre altes Stück Eisen, welches recht imposant durch ein paar Ostseehäfen schippert, um neugierigen Touristen zu zeigen, was man beim Verheizen von einer Tonne Kohle pro Stunde so alles bewegen kann.

Das ist durchaus eine Menge. Auch wenn wir hier selten eine meterdicke Eisschicht im Hafen haben, welche es zu brechen gilt, merkt man auf so einer Tour, wie ehrliche Arbeit auf See so aussehen kann. Während einem an Deck der Wind um die Ohren pustet, dröhnt einen im Maschinenraum die Technik zu und heizt dabei auch ordentlich ein. Erklärt wird alles von ehrenamtlichen Fans des Dampfers, die auf der einen Seite mit voller Begeisterung bei der Sache sind und auf der anderen Seite einen nordisch trockenen Charme an den Tag legen. Das gefällt schon sehr.

Ob an diesem Boot auch die Dampftröten gefallen, verrate ich übrigens in einem kurzen Statement für die Norddeutschen Neuesten Nachrichten, welche einen Filmbericht über die Ausfahrt erstellt haben. Das gleiche Blatt verrät auch, dass so ein Boot zwar mit schwimmenden Eis klar kommt, an finnischen Fähren aber durchaus scheitern kann. Hoffen wir mal auf gute Besserung und dass sich das Loch im Boot schnell wieder stopfen lässt.

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Von Sturmfluten und Strandschätzen

Es gibt Gegenden, die sind quasi immer schön. Egal, zu welcher Jahreszeit man sie sich anschaut: Irgendwas ist immer toll. Die Ostsee gehört zum Beispiel dazu. Das ist so ein Gewässer, an das man nicht einfach nur fährt, um die Füße ins Wasser stecken zu können. Da kann man auch außerhalb der Saison ganz wundervoll abhängen. Das geht ganz prächtig.

Momentan ist dort zum Beispiel ganz und gar keine saisonal übliche Besuchszeit. Und trotzdem ist etwas los. Hochwasser zum Beispiel. Wenn man da einmal kurz nicht aufpasst, sind die vorhergesagten Pegelstände fix überschritten und es droht ein neuer Rekordhochstand.

Pegelinfo

Das klingt nicht nur spannend, das hat auch eine aufregende Ursache. Viel Wind nämlich. Die Brise ist spürbar. Und abgesehen davon, dass sie für kalte Ohren sorgt, hat sie noch eine recht charmante Nebenwirkung: Sie spült Bernsteine an Land. Es ist der Traum aller Sammelnarren, wie es sie in jeder Familie wohl gibt. Wenn man die Lage ganz ehrlich und aufrichtig betrachtet, handelt es sich jetzt im Winter sogar um die eigentliche Hauptsaison an dieser Küste. Denn im Hochsommer kann man das Bernsteinsammeln vergessen. Dann klappt das nicht. Hoffnungslos. Geht nur jetzt.

Ostsee ohne Strand

Prompt sieht man sie eben jetzt: all diese Gestalten, die in gebückter Haltung über den letzten kümmerlichen Rest Strand streichen, bevorzugt in angeschwemmtem Algenschlamm wühlen und nur bedingt durch die Außenwelt erreichbar sind. Wir sind selbst mittendrin. Wir gehen gebückt, wir suchen, wir finden auch, Steine weniger, Plastikmüll und Strandspielzeug etwas mehr. Und wir treffen die anderen.

Einer von ihnen hebt kurz den Kopf. Er wollte sicher nur kurz seinen Rücken richten. Es ist sonst ja wirklich schwer zu ertragen, dieses Dauergebückte. Kurz recken, die Knochen und das Bindegewebe richten und weiter geht’s. Jeder Stein zählt. Jeder Fund kann nur einmal gemacht werden. Was man selbst nicht aufhebt, könnten sich die anderen schnappen. Nicht vorstellbar. Und doch haben wir ihn kurz bei einer Pause erwischt.

»Hallo! Na, schon schöne Schätze gefunden?«, fragen wir ihn.

Nur zögerlich kommt eine Antwort. Man kann es in ihm arbeiten sehen. Wenn er jetzt zu viel sagt, seine Geheimnisse verrät, dann ist es um eben diese geschehen. Dann ist sein Tag quasi gelaufen.

»Bernsteine? Ach was, die findet man doch erst, wenn der Wind wieder weg ist«, sagt er. Und dreht sich schnell weg, um in gebückter Haltung das Weite zu suchen.

Wir verfolgen ihn nicht weiter. Ich kann somit nicht mit Sicherheit sagen, wie voll seine Sammelbox letztendlich wird, die er extra mit sich herumträgt. Was ich jedoch sagen kann: Wir haben unseren Spaß. Diese Gegend lohnt sich halt wirklich zu jeder Jahreszeit.