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Vom Wetter

Urlaubszeit, Küstenzeit. Wir fahren genau dort hin, wo in den letzten Wochen quasi Weltuntergang herrschte. Geregnet hat’s. Gestürmt noch dazu. Überschwemmt war alles. Das Wasser war nicht nur vorn, hinter dem Strand, wo es hin gehört. Es war auch links und rechts und hinten, es war oben, es war unten.

Zur Einstimmung machen wir auf dem Weg in diese Gegend des feuchtfröhlichen Wahnsinns einen Zwischenstopp in Hamburg. Das ist ja bekanntermaßen das Mekka des schlechten Wetters. Sagt man. Da regnet’s eh immer. Hört man oft.

Alles Quatsch! Meint die Dame. Wenn wir in Hamburg sind, ist immer tolles Wetter. Das war bisher so, warum sollte sich daran etwas ändern?

Stimmt, warum eigentlich? Die Dame des Hauses ist ein helles Köpfchen. Wenn sie etwas sagt, hat das Hand und Fuß. Aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen: Da hat man besser Respekt. Da hört man drauf. Und das weiß offenbar nicht nur ich, das weiß auch das Wetter. Denn was soll ich sagen, außer: Hamburg bei strahlender Sonne!

Und jetzt, am Ende des ersten Urlaubstages im Zielhafen, was machen wir da? Richtig, wir kurieren unseren Sonnenbrand aus, welchen wir uns schon am Vormittag beim Buddeln am Strand geholt haben.

Zum Trost für alle Daheimgebliebenen ein kleiner Tipp: Wenn’s mal darauf ankommt, wenn’s wirklich wichtig ist, wenn das Wetter einfach stimmen muss: Laden Sie uns ruhig ein. Wir helfen schließlich gern.

Aber jetzt erst mal: Urlaubszeit, Küstenzeit.


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Freunde

Der Sohn ist ein routinierter Autofahrer. Geht es darum, so ein Gefährt zu benutzen, um irgendwo hin zu gelangen, diskutiert er nicht lange. Er steigt einfach ein, setzt sich hin, schnallt sich an, sorgt für Musik und erklärt allen anderen, was sie zu tun und zu lassen haben, damit es endlich los geht. Am besten gleich rauf auf die Autobahn. Man möchte schließlich irgendwo hin. Was soll man sich da groß mit Landstraßen und ähnlichen Schleichwegen abgeben?

Ist er erst mal drauf, auf seiner Autobahn, läuft es meist nach einem recht monotonen Muster ab: Anfänglich passt er noch gut auf, dass der Fahrer neben ihm nicht irgendwelche Anfängerfehler macht. Gern kommentiert er auch das skurrile Verhalten all der anderen Amateure in den Autos um ihn herum. Nach einer Weile kehrt dann etwas mehr Ruhe ein, der Sohn hat alles geregelt und für Ordnung gesorgt. Also lehnt er sich entspannt zurück, schließt seine Augen und gönnt sich seine wohl verdiente Ruhe während andere die Routinetätigkeiten übernehmen dürfen.

Am Ende wacht er wieder auf, stellt mit schnellem Kennerblick fest, dass die Reise wie erwartet verlaufen ist und quittiert das mit einer kurzen, knackig auf den Punkt gebrachten Bemerkung. Ob er da jetzt Bagger! oder Ostsee! ruft, kommt halt ganz darauf an, wo es gerade hin geht.

Wie oft der Sohn allerdings unterwegs ist und wie weit er dabei herum zu kommen scheint, das merkt man dann, wenn er sich nach dem Aufwachen die Augen reibt, einmal kurz aufblickt, feststellt, dass er auf einer Raststätte steckt, dort den Leuten in den anderen Autos, auf den Motorrädern und in den LKWs quasi beiläufig zunickt und zu uns nur lakonisch meint: Freunde. Alles meine Freunde.

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Küsschenwache

Wir sitzen hier. Wir gucken Boote. Wir genießen die Ruhe. Wir werden wach gerüttelt vom Sohn, der wieder eines seiner absoluten Lieblingsboote entdeckt hat, plötzlich aufspringt und laut Küsschenwache! brüllt.

Etwas weniger laut, aber mit nicht weniger Nachdruck, läuft er anschließend einmal reihum und verpasst jedem möglichst feuchte Schmatzer. Die bitte sofort an alle anderen weiter zu geben sind. Küsschen hier, Küsschen da. Küsschen dort. Es ist ein wahrer Exzess.

Und jetzt muss ich dringend heraus bekommen, wo man Einblick in den Dienstplan dieses Bootes bekommen kann. Damit ich mich in aller Ruhe auf diese Liebesattacken vorbereiten kann. Man wird schließlich nicht jünger. Auch nicht im Urlaub.

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Zwischenstopp

Außenalster

Man will ja auch nicht über die Maßen gestresst im Urlaub ankommen. Also gab’s einen Zwischenstopp. Zum Auftanken, auch der Erinnerungen. Und schon mal ein wenig Binnenwasser gucken bevor die große Ostsee kommt.


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unterwegs

Außer Haus

Mit Kindern zu verreisen ist immer so eine Sache. Besonders, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Da gibt es gern Überraschungen. Nicht immer die besten, wie man so hört. Aber das gilt nicht für den Sohn. Er ist da recht pflegeleicht. Man sagt ihm einfach: Sohn, sagt man da, also: Sohn, wir wollen mal weg. Allerdings fahren wir dafür eine Weile mit dem Auto. OK?

Sohn: Auf der Autobahn?

Ich: Auf der Autobahn.

Sohn: Nehmen wir die Schwester mit?

Ich: Wir nehmen auch Deine Schwester mit.

Damit scheinen alle wesentlichen Fragen geklärt. Wir schwingen uns also in das Gefährt und machen uns auf den Weg. Auf den langen Weg. Und so eine Fahrt ist ermüdend.

Junge, mach‘ ruhig die Augen zu und schlaf‘ ein wenig. – empfehle ich ihm. Aber wir sind unterwegs. Und wir sind nicht allein. Da sind noch andere Autos. Und sie fahren an uns vorbei. Oder wir fahren an ihnen vorbei. Und überhaupt ist das alles sehr aufregend. Wer soll denn da schlafen? Man könnte ja etwas verpassen. Wie auch immer: Der Sohn hält durch und sich selbst wach.

Keine gute Idee. – denke ich mir. Und sage: Du kannst wirklich ein wenig schlafen. Und weißt Du was? Wenn Du wieder aufwachst, dann sind wir schon da. Auf der Autobahn war auch gerade wenig los. Kaum Autos. Wenig Überholerei. Ein Kopf fällt zur Seite. Zwei Augen fallen zu. Ein Sohn schläft. Tief und fest.

Bis kurz vor dem Ziel. Da fängt er an zu blinzeln. Sieht durch die nur minimal geöffneten Lider ein Boot, ein großes. Er reißt die Augen weiter auf und ruft laut: Ostsee! Dann sinkt wieder in seinen Sitz zurück, teilt die neue Erkenntnis mit seinem Plüschtier und seufzt leise: Urlaub.


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