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Berge

Reise mit Kindern und Du wirst etwas erleben. Das geht schon bei der Wahl des Hotels los. Wir hatten das schon mal. Lage, Farbe, Kategorie, überhaupt: alles schwierig. Zum Glück gibt’s immerhin die Sterne, an denen man klar erkennt, ob eine Herberge wirklich standesgemäß ist.

Oder?

Wenn die Lobby zum Beispiel nicht mit Loungesessel aufwarten kann, ist das schlecht für’s Sterne-Karma:

berge_lobby

Wenn dann auch noch aus besagter Lobby nur eine schnöde Holztreppe weiter nach oben führt:

berge_treppe

Wenn man im Zimmer nicht in einen Fernseher sondern nur aus dem Fenster gucken kann, gibt’s vielleicht mal Sterne am Himmel, aber nicht für’s Hotel:

blick_aus_fenster

Wenn man an der Wand keine hobbyambitionierten Gefälligkeitskunstwerke findet, sondern eher so ein eingerahmtes Loch:

leitungsbild

Wenn man nicht darauf kommt, was das hier ist:

berge_besenbox

Und somit das hier wohl eher auch nicht braucht:

berge_zinkeimer

Wenn man sich dafür aber in so ein Gefährt begibt:

lift_no50_im_nebel

Um danach wohl nicht auf dieser Bank zu sitzen:

sonnen-alm_bank_no2

Dann ist man wohl hier gelandet:

sonnen-alm_im-nebel

In den Bergen.

Und wenn diese ganzen Bedingungen gelten, dann wohl nicht in einem viel-Sterne-Hotel, sondern in einer anderen Art von Herberge.

Als kleiner Tipp für all jene, die einer derart hügeligen Umgebung gegenüber nicht vollkommen abgeneigt sind: Das Haus berge kann man sich ruhig mal ansehen. Echt jetzt. Zum Trost gibt’s sogar etwas Wasser in der Nähe. Das gehört zum Chiemsee. Die klassische Küstengegend ist das damit natürlich noch nicht. Aber irgendwas ist ja immer. Die Kinder sagen auf jeden Fall: War toll! Und: Wir wollen gleich wieder Urlaub machen!

Na dann.

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Resümee

Wir waren im Urlaub. So zwischendurch für eine Woche an der Ostsee. Das kann man ruhig mal machen. Das lohnt sich eigentlich immer.

Auf der Rückfahrt hat die Dame den Nachwuchs gefragt, was denn am besten war.

Antwort des Sohnes: Alles!

Der Mann ist gleichzeitig bescheiden und leidenschaftlich. Zwar offenbar leicht zufrieden zu stellen, aber trotzdem offen und sehr dankbar für alles Schöne, was ihm das Leben so bietet. Er kommt wirklich ganz nach mir.

Die Antwort der Tochter war: Bernsteine!

Ich sag’s mal so: Von mir hat sie das nicht.

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sohn unterwegs

Weichteile

Wir waren kürzlich auf einem Schloss. Und es war natürlich ein richtiges Ritterschloss. Keine Burg, nein, ein Schloss. Und da kann man nicht nur heiraten, sondern zum Beispiel auch eine akkurate Ritterrüstung bestaunen. Selbige steht dort einfach so im Treppenhaus herum und ist nicht zu verfehlen. Einfach zur Tür herein, links die Treppe hoch und auf dem ersten Absatz steht: die Ritterrüstung.

Das hat auch der Sohn relativ schnell bemerkt und war 30 Sekunden nach Ankunft quasi verschwunden. Weitere 30 Suchminuten später haben wir ihn gefunden: er hat einfach nur die Rüstung inspiziert. Gründlich, versteht sich. Alle Details hat er untersucht. Gestaunt hat er über jede auch noch so kleine Sicherheitsmaßnahme am eisernen Kostüm. Da waren die Füße gut versteckt, die Kniekehlen gesichert, sowohl der Bauch als auch die Arme und diversen Gelenke gut gepanzert, der Kopf leider nicht zu sehen, da hinter einem Visier verschanzt. So eine Rüstung ist wirklich der Wahnsinn. Rundum sicher, rundum dicht.

Wenn nicht der Sohn am Ende auf ein bordeaux farbiges Tuch im Schritt gezeigt und gesagt hätte: Papa, hinter diesem Tuch hier hängt doch bestimmt der Pullermann, oder?

Tja, lieber Ritter, durchschaut. So eine Rüstung ist auch nur so stark wie ihr schwächstes Glied, nicht wahr?

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tochter unterwegs

Teambildung

Wir waren mal wieder am Strand. Dieses Mal sind wir mitten in einen dieser Teambildungsworkshops geraten, den ein benachbartes Konferenzhotel dort veranstaltet. Hier werden Bogen gespannt und Pfeile fliegen. Die Leute gucken ernst, es geht wohl darum, knallhartes Konkurrenzverhalten zu trainieren. Da steckt man nicht immer drin, in der Logik dieser Workshops. Das sieht die Tochter ähnlich. Nur einen kurzen Blick wirft sie auf die verbitterten Gestalten und ihr Verhalten. Mittendrin im Gemenge setzt sie sich einfach hin und füllt erst einmal ihre Schaufel mit Strandsand. Ohne diesen will sie nicht weiter. Irgendwann hat sie genug und wir spazieren davon.

Nur wenig später kämpfen jetzt zwei Teams um die Wette darum, ihr jeweiliges Floß schneller fertig zu bekommen als ihre Konkurrenz. Das Ziel ist ganz offenbar, eine Schatztruhe zu bergen, die etwa dreißig Meter vom Strand entfernt vor Anker liegt. Gute Idee, denkt sich die Tochter und stiefelt munter los in Richtung Truhe. Kurz vor der nächsten großen Welle schaffe ich es gerade noch, sie einzuholen und vor den Fluten zu retten. Die Floßbauer gucken uns ungläubig an. Die Idee für den direkten Weg zur schwimmenden Holzkiste ist ihnen offenbar noch nicht gekommen. Sie binden lieber weiter ihre Holzbohlen zusammen, als sich die Füße nass zu machen. Sollen sie ruhig. Es ist bestimmt gut für den Teamgeist.

Während ich so in Gedanken versunken dastehe, hat sich die Tochter aus meinem Griff gelöst und marschiert weiter den Strand entlang. Teamgeist kümmert sie wenig. Wir haben ein Ziel, da kann man nicht ewig auf die anderen warten. Ich drehe mich zu ihr, um zu gucken, wo sie bereits steckt. Und siehe da: sie marschiert munter und erhobenen Hauptes direkt auf zwei respektabel kräftig wirkende Hunde zu, welche in einem wilden Knäuel sich gegenseitig versuchen von ihrer jeweiligen Meinung zu überzeugen. Zum Workshop gehören die beiden wohl nicht. Und die Tochter ist ganz offensichtlich auf dem Weg, die beiden zur Vernunft zu bringen. Wieder sprinte ich, um sie im letzten Moment einfach schwungvoll auf meine Schultern zu laden. Es ist wohl besser, wenn meine Füße von jetzt an die Richtung bestimmen.

Und während ich so in sicherer Entfernung zu den Gefahren des heimtückischen Ostseestrandes durch den Sand schlurfe, frage ich mich: Wo bekommt die Tochter eigentlich die Drogen her, die sie ganz offensichtlich nimmt? Und warum gibt sie mir nicht einfach welche davon ab?

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Nachtruhe

Manchmal sind wir unterwegs. Das kommt in den besten Familien vor. Also wahrscheinlich auch bei Ihnen. Daher ein Tipp von mir: Haben Sie keine Angst und buchen Sie ein gemeinsames Schlafzimmer für die gesamte Familie. Ich weiß, das ist heutzutage unüblich geworden. Man ist schließlich auf Reisen, also unterwegs, hat Urlaub, niemand arbeitet, den ganzen Tag gemeinsame Aktivitäten. Da gönnt man sich was. Und seien es nur getrennte Schlafzimmer. Ich verstehe das auch. So ist’s ja nicht. In der heimischen Behausung machen wir das selbst so. Da gibt’s ein Schlafzimmer für die Tochter, eines für den Sohn, eines für die Eltern. Da stimmen Ruhe, Spiel und Spaß – nicht nur am Tag sondern auch in der Nacht. Ich erspare Ihnen mal die Details. Sie verstehen mich schon.

Aber unterwegs, da schlafen wir zusammen. Und seitdem wir bei der Planung alles richtig machen und das Zimmer in der richtigen Farbe wählen, ist das auch gar kein Problem für die Familie. Die Vorteile liegen nämlich ganz klar auf der Hand: Tagsüber wird schön zusammen gespielt, auch bei schlechtem Wetter. Das bringt die Familie zusammen. Und dafür ist so ein Urlaub schließlich da. Am Abend reicht es dann, wenn nur einer der Eltern den Nachwuchs ins Bett bringt. Für all jene da draußen, die nicht wenigstens zwei Kinder haben: Das ist etwas Gutes. Denn Sie können ganz allein alle Kinder ins besagte Zimmer stecken, sich einen Stapel Gute-Nacht-Lektüre mitnehmen, das alles gemeinsam lesen und die völlig erschöpften Kinder gleichzeitig ins Bett legen, damit sie fix einschlafen und Sie Ihre Ruhe haben für gepflegte abendliche Zweisamkeit mit Ihrer besseren Hälfte. Diese hatte natürlich genug Zeit, irgendwo außerhalb des Schlafzimmers ein ruhiges Plätzchen zu richten, an welchem Sie den Tag angemessen ausklingen lassen können. Später in der Nacht können Sie schließlich ganz ruhig, tief und entspannt schlafen, da die Kinder Ihre Anwesenheit ganz intuitiv spüren und somit auf gar keinen Fall mitternächtlich wach werden, sondern höchstens kurz dösend aus dem Tiefschlaf kommen und sich beruhigt auf die andere Seite drehend gleich wieder wegschlummern. So sind Sie am nächsten Morgen ausgeruht, fit und munter, um in den nächsten grandiosen Urlaubstag zu starten. Es ist quasi das Paradies. Und das alles nur, weil Sie klever geplant und das Zimmer richtig gebucht haben.

Und falls Sie sich doch Sorgen machen sollten, ob das nicht zu viel für die Kinder ist, ob sie nicht aus ihrer Routine gerissen den Alltag vermissen, deswegen vielleicht unter Schlafmangel leiden und totunglücklich sind, ob ihnen die ganze Nähe nicht furchtbar auf die Nerven geht, dann fragen Sie Ihren Nachwuchs am Besten einfach selbst. Und sie werden Geschichten erfahren über Spiele, welche die Kinder am Abend veranstaltet haben, nachdem die Eltern dachten, sie schliefen längst ruhig. Sie werden hören, wie sich der Nachwuchs gegen Sie verschworen hat, wenn es darum ging, am Morgen erst leise mit Kissen aufeinander zu werfen, um anschließend mit plötzlichem und dafür umso lauterem Gebrüll auf die Eltern los zu gehen. Sie werden außerdem erfahren, wie die Kinder mitten in der Nacht hinter Ihrem Rücken tuschelnd ausgelost haben, wer wann wen aufweckt, um nach irgendwelchen erfundenen Getränkewünschen oder Toilettengängen zu fragen. Wenn Sie also Ihren Nachwuchs fragen, wie das gemeinsame Übernachten im Urlaub so ist, werden sie eine Antwort wie die vom Sohn bekommen: Wisst Ihr was? Ich mag’s hier viel lieber als zu Hause! Und ich gebe es zu: Die Tochter hat während dessen gelacht.

Nur gut, dass so ein Urlaub irgendwann auch wieder vorbei ist. Und für Zuhause werde ich mich mal nach schalldichten Türen für die Kinderzimmer umsehen. Ordnung muss sein.