Kategorien
laufen

Ein Elbdeich-Marathon

Einen Marathon zu Laufen hat immer auch etwas von einer Sightseeing-Tour. Man steckt schließlich immer in verschiedenen Gegenden. Und alle sind sie faszinierend. Hier zum Beispiel die Elbe. Toller Fluss, viel flaches Land links und rechts. Was für eine feine Gegend, um ein paar Kilometer abzuspulen.

Elbe bei Tangermünde

Das kann man zum Beispiel beim Elbdeich-Marathon mitten in der schönen Altmark machen. Dieser ging gerade in die 12. Runde. Da wurde es langsam Zeit, dort mal anzutreten. Geplant, getan. Und es hat sich gelohnt, das war heute ein großer Spaß. Diese Veranstaltung gehört nämlich zu den eher kleineren, überschaubaren Läufen. Es sind wohl insgesamt über 2.000 Menschen, die mitlaufen, aber den Marathon machen nur um die 100. Das ist eine erstaunlich geringe Quote, wenn man mal so darüber nachdenkt. Aber man muss das nun wahrlich auch nicht kaputtgrübeln.

Angefühlt hat es sich wie eine nette Vereinstour. Und das meine ich im positiven Sinne. Die Helfer waren überwiegend ambitioniert, einige sichtbar vom Verein zwangsverpflichtet und etwas wortkarg. Diese ehrliche Transparenz, sie ist charmant. Kuchen aus den Vereinsfamilien gab’s. Selbst die obligatorische Drumrum-Verpflegung kam hauptsächlich von lokalen Anbietern. Bei den Verpflegungsstationen haben sie sich ebenfalls nicht lumpen lassen. Cola gab’s zum Beispiel überall und von Anfang an. Klingt banal, ist aber selten. Und doch ist das toll, toll, supertoll.

Trotz der relativ wenigen Läufer war man auf der Strecke übrigens nie ganz allein. Irgendjemand war doch immer in Sichtnähe. Gut so. Wer weiß, wie Navigationstalente wie ich sonst zwischendurch manchmal kreativ abgebogen wären. Nicht auszumalen.

Medaille vom 12. Elbdeich-Marathon

Und auch, wenn wir hier natürlich weiterhin nicht über Zeiten sprechen, möchte ich ein Hoch auf das altmärkische Schietwetter ausloben! Denn Nieselregen, eine partiell unangenehme Brise und eine gefühlt fast schon klirrende Kälte haben immerhin zu einem soliden Rhythmus des Durchlaufens geführt, wie es ihn hier seit dem DNF im Knast nicht mehr gab. Sogar eine persönliche Bestzeit war drin. Was für eine nette Abwechslung.

Wie gesagt: Hat Spaß gemacht.

Kategorien
laufen

211 Runden sind ein #Hallenmarathon

Wie war das Resümee von Rodgau? Genau: Die Sache mit dem Laufen von Runden ist doch sicher noch ausbaufähig. Und klar: Es ist. Am besten zum Beispiel durch den Hallenmarathon in Pfohren.

In der Halle ist jede Runde 200 Meter lang. Man läuft also 211 Mal im Kreis, bis man den Marathon voll hat. Das ist natürlich nicht nur ein großer Spaß, sondern auch reichlicher Unfug. Vor lauter Schreck und miserablem Empfang fehlen auch glatt in der obigen Aufzeichnung der Laufuhr circa fünf Kilometer. Merkt man kaum, was?

Im Gegensatz zu den gemeinen Stadtläufen, die sonst gern so üblich sind, ist das hier eine kleine, feine, überschaubare Veranstaltung. Da organisieren ein paar lokale Sportfreunde den Lauf in ihrer lokalen Halle, welche sonst wohl besonders gern zum Inlineskaten herhalten darf. Dieses Lokale merkt man. Da sind die Aktiven direkt vor Ort, da schenken sie die Verpflegung unterwegs nicht nur aus, sondern reichen die Trinkflaschen auch noch an, nehmen sogar in einer Runde Bestellungen entgegen, die in der nächsten glatt erfüllt werden. Das ist edel, man kann’s kaum anders sagen.

Das Zählen der Runden nehmen sie einem zum Glück auch ab, elektronisch, versteht sich. Irre hilfreich! Beim Versuch, meine noch zu laufenden Runden einfach rückwärts runter zu zählen, bin ich nämlich kläglich gescheitert. Als ich dachte, es seien noch 200, waren es nur noch 193. ich staunte. Da lief es wohl offenbar noch ganz gut.

Das hat sich irgendwann gegeben. Kurz nach der Hälfte zuckte es einmal kurz und für die letzten 19 Kilometer lief dann ein respektables Stechen im Zwerchfell mit. Irgendwas ist echt immer. Meine Güte. Da ich mit dieser unsäglichen Wahnsinns-Riesenlast (Männerstechen!) natürlich enorm langsamer wurde, klappte es immerhin mit dem Zählen der Runden besser. Auf meine Schätzung war plötzlich immer Verlass. Na super.

Über Zeiten reden wir hier ja eh nicht. Das ist heute auch ganz gut so, es würde sich nämlich nicht lohnen. Aber so sei es. Viel wichtiger ist doch: Für irgendwann demnächst ist hier wieder ein Lauf geplant. Der geht auch wieder über Runden, aber es werden wohl doch erheblich weniger. Schauen wir mal, wie das dann so läuft.

Kategorien
laufen

Jetzt mal nicht gleich Ultra laufen. Oder: #Rodgau40

Das wäre doch jetzt eigentlich die Gelegenheit gewesen: Mit den 50 km von Rodgau den ersten Ultramarathon des Hauses zu laufen. Der fand an diesem Wochenende nämlich statt. Aber hier stehen demnächst ein oder zwei Marathon an. Da wäre das Laufen einer längeren Distanz in der Vorbereitung eher kontraproduktiv.

Die Sache mit dem Training ist aber trotzdem interessant. Denn ich habe jetzt mal einen vorsichtigen Blick in die Historie meiner Läufe geworfen. Und was soll ich sagen? Diese sieht recht ernüchternd aus. Offenbar sind auch die Strecken für die langen Läufe hier nie länger als 25 km. Die einzige Ausnahme liefern organisierte Späße, die meist auch ein Verpflegungskonzept beinhalten. Ohne geht’s wohl doch schlecht. Da spricht hier das Unterbewusstsein und führt mich immer wieder rechtzeitig nach Hause.

Vielleicht sollte ich meinen Laufminimalismus mal überdenken. Der sorgt nämlich bisher dafür, dass quasi nie mehr als ein alter MP3-Player und eine Uhr mit auf die Strecke kommen. Von Schuhe-Hose-Shirt mal abgesehen, eh klar. Aber das Smartphone bleibt zu Hause und jedwede Verpflegung sowieso. Im Sommer gibt’s immerhin den einen oder anderen öffentlichen Wasserspender entlang der üblichen Strecken. Aber jetzt in den Wintermonaten sind auch diese abgestellt.

Tja, was soll ich sagen? Das klappt alles nur so mäßig gut. Ich empfehle dieses nüchterne Laufen nicht. Man darf sich bei den Errungenschaften der Zivilisation durchaus bedienen. Doch, doch.

Bis ich die Sache mit der dafür notwendigen Ausrüstung und dem Überwinden, diese dann auch einzusetzen, im Griff habe, bleibt es aber vorerst wohl bei den organisierten Läufen. Da trifft man immerhin auch mal auf andere Menschen. Gelegentlich ist das ja auch ganz nett.

Jetzt also in Rodgau. Ein befreundeter Läufer hat mich überzeugt, dass man auch im Januar schon unter Leute gehen kann. Nun denn. Nach den bisherigen maximal 25 Kilometern könnte man dann ja mal 30 angehen, dachte ich mir. Das klang nach einem gesunden Plan.

Wie das mit den Plänen jedoch so ist, sind dann 40 daraus geworden. In Rodgau läuft man nämlich immer hübsch in einem mehr oder wenig runden Kreis:

Runden beim Rodgau50
Wir nennen es einen Kreis. Oder zumindest eine Runde.

Jede dieser Runden ist fünf Kilometer lang, sechs hätten es also werden sollen. Aber wenn es nach sechs Runden gerade entspannt, rund und ruhig läuft, kann man ja auch noch eine siebente oder sogar eine achte anhängen. Gedacht getan, auch wenn das mit der letzten Runde eher keine gute Idee war. Aber sei’s drum. So ist danach wenigstens klar, warum sich unsereins so K.O. und matschig fühlt. Das ist ja auch viel wert.

Und dieses Konzept des Rundenlaufens, das scheint ausbaufähig. Da geht bestimmt noch mehr. Schauen wir mal.

Kategorien
laufen

Baden-Marathon

Was macht man am besten, wenn man gerade ein paar Wochen im Urlaub war? Genau: Man nutzt die aktuelle Trainingspause, um den heimischen Marathon zu laufen. Das stand somit für heute auf dem Plan.

Viel sprach nicht dafür, das wirklich durchzuziehen. Ohne Training kommt schließlich nicht viel dabei herum. Kurz zuvor hatte ich mir clevererweise einen Impftermin gelegt und für heute standen Unwetter auf dem meteorologischen Plan.

Aber wie das do ist: Feste sollte man feiern, wie sie fallen. Mit den Ausreden muss man es ja auch nicht immer übertreiben. Also ging’s auf die Strecke.

Überhaupt: die Strecke. Diese hat hier in den letzten Jahren ein paar Experimente mitgemacht. Das war zwar interessant, aber auch nicht immer schön. Jetzt haben es die Organisatoren jedoch geschafft, einen Parcours zu finden, der durchaus Charme versprüht. Es geht viel durch die Stadt, man kommt zweimal am örtlichen Schloss vorbei. Das ist schon recht chic.

Im Rahmenprogramm wird weiterhin viel getanzt und musiziert. Das ist auch sehr edel. So ganz leise wäre so ein Marathon schließlich etwas eintönig. Erstmals war dieses Jahr eine Band mit Spät-Teenagern dabei, welche ordentlich solide geschrammelt haben. Das Publikum war begeistert. Wir Laufenden kamen immerhin zweimal vorbei. Ordentlich beschallt. ?

Zusätzlich hat nicht nur die eigene Familie ordentlich gejubelt und angefeuert. Es hat sich auch spontan die Meute des lokalen #Twittbier-Treffens zusammengerottet und direkt an einem der zentralen Plätze in Downtown laut krachend abgefeiert. Sehr edel. Vielen Dank!

Zum Ergebnis möchte ich nur anmerken, dass ich gefühlt erheblich schneller war, als es die olle Zielzeit so behauptet. Unerhört!

Vielleicht sollte ich demnächst das Konzept eines etwas gezielteren Trainings mal wieder aufgreifen. Könnte ja helfen.

Aber: Spaß hat’s gemacht. Gerne wieder.

Kategorien
laufen unterwegs

Sunshine Coast Marathon

Wenn man in Australien mit dem Camper unterwegs ist, fragt man gelegentlich bei dem einen oder anderen Campingplatz nach einem freien Stellplatz. Das ist gemeinhin auch kein Problem. Man steht dort schließlich nur so herum. So einen Platz gibt es für gewöhnlich recht problemlos.

Nur manchmal scheint es etwas schwieriger zu sein. Dann kommt man plötzlich an einen Ort, bei dem alles voll zu sein scheint. Fragt man nach, woran das wohl liegt, kann sich durchaus herausstellen, dass doch »dieser Marathon jetzt sei, also in zwei Tagen«.

Ach, ein Marathon? Da gucken wir natürlich genauer hin. Und nach einigem Hin und Her bezüglich des besagten Stellplatzes melden wir den Läufer des Hauses doch glatt spontan noch an. Gelegenheiten möchten schließlich genutzt werden.

Von fehlenden Vorbereitungen reden wir hier jetzt lieber nicht. Denn natürlich gab es keine. Stattdessen gab es gutes Essen, dazu gern australischen Wein, viel Abhängen, Strände prüfen, Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Wer geht schon auf Reisen, um dann dort ein monotones Trainingsprogramm ohne klare Zielstellung zu absolvieren? Niemand aus unserem Familienclan, soviel sei verraten.

Aber es hilft ja nichts. Wenn einem halt so ein Marathon in den Weg springt, dann springt man mit.

Faszinierend ist dabei, dass bei diesem Marathon tatsächlich einiges ein wenig anders ist als bei den heimischen. So startet der Spaß zum Beispiel morgens um sechs. Das macht diesen Überraschungslauf wirklich nicht einfacher. Sich im Urlaub den Wecker auf eine Uhrzeit mit einer »4« vorn zu stellen, das fühlt sich komisch an. Wenn man sich jedoch nach zwei Kilometern in einem kleinen Schlagloch beinahe einen Fuß verdreht, wird man spontan munter. Danach läuft’s. Und obendrein kann die reisende Familie noch am Vormittag zu weiteren Urlaubsabenteuern aufbrechen. Das hat durchaus seine Vorteile.

Irritierender ist die Streckenverpflegung. Denn während bei den Läufen in der alten Heimat dabei so einiges an vielfältigen Variationen geboten wird, ist das an der australischen Küste eher nicht der Fall. Es gibt zwar Wasser und ein isotonisches Getränk, aber mehr eben auch nicht. Keine Bananen, keine Äpfel, keine Schokolade, keine sonstigen festen Leckereien. Das überrascht, auch wenn man es sicher vorher auf der Homepage der Veranstaltung hätte herausfinden können. Aber die Menschen entlang der Strecke sorgen nicht nur für Stimmung, sondern spendieren auch schon mal ein paar Gummitiere. Der Zuckerspiegel ist somit gerettet. Alles gut.

Und als Mitbringsel aus dem Urlaub gibt’s jetzt eine Medaille des Sunshine Coast Marathon für die heimische Sammlung. Wie hübsch.

Nach dem Sunshine Coast Marathon