Kategorien
laufen

UTMB. Oder: Ist wohl doch nicht alles Scheiße

Wirft man einen Blick in die diversen Social-Media-Timelines, entsteht so manches Mal der latente Eindruck, als ob eigentlich alles einfach nur noch den Bach runter geht. Die Menschen da draußen machen alle unsinniges Zeug, auf unsinnige Art und Weise, mit unsinniger Motivation, in unsinnigem Stil und es wird alles mit möglichst unsinnigen Worten kommentiert und angeprangert.

Das ist alles so unsinnig schwer zu ertragen, dass unsereins einfach resigniert, sich von einigen Kanälen ganz abmeldet und in die anderen schlicht nur noch alle paar Tage mal einen Blick wirft.

Und dann kommt zum Beispiel so etwas:

Diese Dame kennen wir zum einen vielleicht aus Folge 70 der Büchergefahr, vor allem aber ist sie eine ganz fabelhafte Läuferin. Hier hat sie den CCC absolviert. Das ist einer der Läufe rund um den UTMB, welcher mit 100 Kilometern Länge durch die Alpen führt. Das ist hart, das ist anstrengend, das ist beeindruckend. Diesen Lauf nicht nur anzutreten, sondern durchzustehen und in Chamonix anzukommen ist ein Zeichen von hartem Training, starkem Willen, Kraft zum Durchhalten und der Fähigkeit, auch unter Schmerzen und sonstigen Widrigkeiten nicht aufzugeben. Es ist das genaue Gegenteil von unsinnigem Zeug, auf unsinnige Art und Weise, mit unsinniger Motivation, in unsinnigem Stil.

Mein Respekt, mein Glückwunsch und letztlich auch mein Dank an Andrea und all die anderen großartigen Läufer da draußen!

Und: Mein Dank an die Timeline an diesem Wochenende. Beispielhaft bringt es zum Beispiel Birger Bösel auf den Punkt, der vor allem die 170 Kilometer des UTMB u.a. hiermit kommentiert:

Auch den Rest zum Hashtag #UTMB kann ich sehr, sehr empfehlen. Obwohl ich selbst gerade larmoyant auf der Couch einen Fuß hochlege, den ich mir beim simplen Brötchenholen verstaucht habe, stelle ich fest: In den Social-Media-Timelines finden sich auch jetzt noch Themen und Perlen, die inspirieren, motivieren, unterhalten, faszinieren, beeindrucken und mit positiven Worten kommentiert werden.

Danke.

Kategorien
laufen

Gemeinsamrun. Oder: So ein Halbmarathon geht wohl doch nicht immer

Einer der lockersten Sprüche, die wir Laufheinis gern absondern ist:

So ein Halbmarathon geht ja immer.

Und das das ist auch gar nicht so verkehrt. Wenn man halbwegs regelmäßig läuft, stimmt das durchaus. »Halbwegs regelmäßig« heißt allerdings mehr als »irgendwie einmal pro Woche versuchen, das Haus zu verlassen.«

Den Beweis gab’s hier gerade wieder. Der lokale Marathonveranstalter hat sich zur Motivation für die laufende Saison eine Serie von drei Halbmarathonläufen überlegt. Das hört auf den Namen Gemeinsamrun, besteht aus fest vorgegebenen Strecken, man bekommt eine Startnummer und eine Zeitmessung gibt es auch. Laufen kann man in einem mehrwöchigen Zeitfenster, wann es einem persönlich beliebt. Coole Idee.

Eine dieser Strecken führt durch den Wald hier vor der Haustür. Da muss man ja quasi dabei sein.

Gedacht, getan.

Und während das durchaus Spaß gemacht hat, zeigt sich doch: Einmal pro Woche Laufen zu gehen, ist kein Training. Und minimalistisch unterwegs zu sein, kann auch heißen, auf den letzten fünf Kilometern unterzuckert herumzutorkeln, nichts zu Essen dabei zu haben und nur noch an eine Tafel Schokolade und ein großes, möglichst ungesundes Kaltgetränk zu denken.

Aber so ist’s: Mal läuft’s, mal nicht so. Toll ist es irgendwie trotzdem.

Kategorien
laufen

Aussortierte Laufschuhe: On Cloudsurfer

Es ist mal wieder so weit: Nach etwas über 1.450 Kilometern darf ein Paar Laufschuhe hier den wohlverdienten Ruhestand antreten. Nach dem Cloudflow ist es mit dem Cloudsurfer das zweite Paar von On-Running hier im Haus.

Man sieht ihnen ihr Alter durchaus an. Und alt sind sie wirklich. Ich habe mir das Paar nämlich mal auf einer Marathonmesse geholt. Für alle, die sich nicht mehr recht daran erinnern können: Das sind Ansammlungen von Ausstellungs- und Verkaufsständen, die vor einem Marathon irgendwo in Startnähe zu finden sind. Ich verrate somit eher kein Geheimnis, wenn ich sage: Diese Schuhe sind deutlich über ein Jahr alt.

Wie auch schon bei den Cloudflow macht auch hier das Obermaterial schlapp. Es reißt, an mehreren Stellen. Damit ging es aber wirklich erst vor kurzem los, mit deutlich vierstelliger Kilometerzahl also. Das ist in Ordnung.

Interessant ist etwas anderes: Dieses Paar zeigt, dass auch die inneren Werte zählen, vor allem dann, wenn sie aufgeben und sich in Wohlgefallen auflösen. Während der letzten paar hundert Kilometer bröselte die Innensohle so langsam aber sicher auseinander. Man kann – immerhin – noch nicht durchgucken, aber es ist doch spürbar, dass etwas fehlt. Das ist neu, gab’s hier noch nicht. Man lernt doch immer wieder dazu.

Ganz anders sieht es mit den Clouds aus, also diesen Teilen unter dem Schuh, welche so namensgebend sind. Die halten erstaunlich besser durch, als man das auf den ersten Blick erwarten könnte. Stabile Angelegenheit. Je nach persönlichem Gusto und dem eigenen Laufstil nutzen sie sich natürlich mehr oder weniger gleichmäßig ab. So sind die Ballen hier glatter gerutscht als die Ferse. Es überrascht nicht wirklich.

Unterm Strich? Ein feines Paar Laufschuhe. Habe sie gern getragen, auf kurzen Strecken ebenso wie längeren Ausflügen. Ein Marathon war – glaube ich – nicht dabei, nachgeguckt habe ich das jetzt nicht. Aber es wäre auf jeden Fall drin gewesen. Da kam aber wohl ein anderes Paar Schuhe dazwischen. Doch darüber reden wir ja erst, wenn auch die nicht mehr können.

On mit den Clouds kommen hier bestimmt nochmal wieder. Sehr bestimmt sogar.

Kategorien
laufen

Andere laufen heute einen Trail-Marathon

Auf einem der Social-Media-Kanäle habe ich kürzlich glatt eine Überraschung erlebt. Das passiert ja doch eher selten. Gemeinhin ist das Geschehen dort relativ erwart- und vorhersehbar. Aber dann kam Robin und bemerkte so ganz en passant, dass er sich gerade auf einen Marathon vorbereite. Da guckt man ja doch zweimal hin und blinzelt kurz. Es stimmt jedoch tatsächlich: Der Trail-Marathon in Heidelberg findet heute statt.

Wer hätt’s gedacht. Unsereiner hat diese Saison bezüglich Laufevents bereits abgeschrieben. Davon geht die Welt auch nicht unter. Ist’s halt so. Laufen kann man schließlich auch ohne Veranstaltung. So zumindest die Theorie. Praktisch stelle ich fest, dass die letzte Zeit doch eher entspannt und passiv verlief.

Das kann man zum Beispiel an obigem Pulsverlauf auf einer kleinen Sonnenscheinrunde erkennen, die es heute doch mal gab. Bei der Distanz und dem Tempo (nicht im Bild) sollte diese quasi vollständig im grünen Pulsbereich verlaufen. Dem war recht offensichtlich nicht so. Ausnahmen bilden lediglich kleine Zwischenstopps an Ampeln bzw. Stationen eines lokalen Klangpfads, auf den das Trainerkind uns führte.

Wünschen wir Herrn Robin und den anderen Laufys in Heidelberg heute eine bessere Kondition. Zumal es nicht einfach nur ein einfacher Marathon ist, sondern einer, bei dem es kräftig bergauf und -ab geht. Man werfe zur Inspiration ruhig mal einen Blick auf die Bilder des Archivs. Hut ab!

Kategorien
laufen

Aussortierte Laufschuhe: Brooks Neuro 2

Es gibt ein großes Dilemma, wenn man sportlich viele Laufschuhe im Regal hat, aber nur weniger sportliche Umfänge mit diesen absolviert: Man braucht halt immer eine Weile, bis mal wieder ein Paar durchgelaufen ist und Platz machen darf. Irgendwann ist’s dann aber doch soweit. Hier und heute ist es ein Paar Brooks Neuro 2, welches in den Ruhestand geht.

Brooks Neuro 2 mit gerissenem Obermaterial.

Wie schon bei den guten alten Cloudflows macht auch hier wieder das Obermaterial schwach. Wieder vor allem beim linken Schuh. Man könnte jetzt mal in Ruhe darüber nachdenken, was das so über den kreativen Laufstil des Hauses aussagt. Aber das machen wir jetzt nicht. Wollen ja nicht abschweifen.

Brooks Neuro 2 mit gerissener Schlaufe

Spannend ist allerdings, dass sich hier weiteres Material müde wird und aufgibt: Die Schlaufen für die Schnürsenkel. Reißen einfach. Frechheit. Wo soll man da mit den Senkeln hin? In die Hand nehmen ist ja auch nur mäßig toll.

Also alles Schrott?

Na, nicht ganz. Die Sohle spielt zum Beispiel recht solide mit. Zumindest auf den ersten Blick wirkt sie doch fast wie neu. Ein zweites Mal muss man ja nicht so genau hingucken. Aber da reißt nichts, da bricht nichts. Feine Sache.

Brook Neuro 2 von unten.

Entsprechend lange haben sie mitgespielt. Das ist nicht eh klar. Brooks geben hier im Haus gemeinhin schnell mal auf. Mehr als sechs- bis siebenhundert Kilometer sind da oft nicht drin. Dieses Exemplar bringt es auf 1.030 Kilometer, schaffen also die mileneale Schallmauer. Das ist ja auch irgendwie wichtig, man geizt halt so vor sich hin. Wer will schon alle paar Wochen neue Schuhe kaufen? Eben.

Oder kurz: Brooks? Rehabilitiert. Kann man laufen. Ruhestand verdient.