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Berufswunsch (3)

Der kleine Mann ist recht kreativ im Einsatz alltäglicher Gegenstände als Spielzeug. So bemächtigt er sich beispielsweise gern diverser Tupperdosen, die er sich erfolgreich greifen kann. Dabei ist er nicht gerade wählerisch, was den Inhalt der Dosen anbelangt. Sondern sie werden grundsätzlich erst einmal geschüttelt wie ein Würfelbecher und erst dann dreht er sie um, trennt vorsichtig den Deckel ab und schaut er nach, was eigentlich in der Dose steckt.

Natürlich ist er ebenfalls der Meinung, dass es vollkommener Quatsch ist, mit Essen nicht zu spielen. Alles, was auch nur entfernt einem Würfel ähnlich sieht, passt beispielsweise hervorragend in den Trinkbecher. Brot, Möhrenstücken, Nudeln, Blumenkohl: immer rein damit. Dann wird natürlich geschüttelt und der Becher schwungvoll umgedreht. Alle anderen am Tisch sehen dann direkt, wie gelungen der Wurf gerade war.

Und wenn wir schon mal bei Tisch sind, guckt der Nachwuchs auch gleich noch, was sonst so ungenutzt herumsteht. Teller, Tassen, Gläser, kleinere Schüsselchen: wenn für ihn erreichbar, greift er sie sich. Dreht sie um. Versteckt unter einem der Gefäße ein Würfeläquivalent. Und schiebt alles mit respektabler Geschwindigkeit durch die Gegend. Dabei redet er unentwegt. Stoppt schließlich abrupt und guckt fragend in die Runde, ob jemand noch mit Sicherheit sagen kann, unter welchem der Gefäße etwas versteckt ist.

Es ist nicht immer leicht, aus seinen Spielen als Gewinner hervorzugehen.

Der Sohn wird also Croupier oder Hütchenspieler.

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Berufswunsch (2)

ein Auto Völlig unbeeindruckt von aktuellen Meldungen zu Absatzvolatilitäten einiger Autohersteller intensiviert der kleine Mann gerade seine Leidenschaft für vierrädrige Gefährte. Schon in seinen frühen Tagen hat er sich gern durch die Gegend chauffieren lassen. Damals war er allerdings noch eher passiv dabei und hat zur Förderung seiner eigenen Konzentrationsfähigkeit immer die Augen geschlossen, um andächtig den ihm so wohlig nahen Geräuschen zu lauschen.

Das ist heute anders. Sitzt er im Auto, so brummt sein Mund wie ein eigener Motor, drehen seine Hände eifrig am Luftlenkrad und zappeln seine Füße als könnte er sich nicht entscheiden, welche Pedale er am ehesten noch nicht erreichen kann. Sitzt er mal nicht im Auto, so wird jeder Gegenstand zum Auto deklariert, der entweder entfernte Ähnlichkeit mit einem Quader (also Sportwagen) oder mit einem Siegerpodest (Limousine!) hat. Da wird geschoben, abgebogen, bebrummt, gerammt.

Erdhörnchen Und bei allem sind die Augen weit offen, um Ausschau nach etwaigen Bewunderinnen seiner Fahrkünste zu halten. Was er bezüglich diesen aber insgeheim für Pläne schmiedet, hat er mir bisher nicht verraten. Ich ahne jedoch wenig gutes. Denn die junge Dame, mit der er derzeit sein Bett teilt, wirft er jeden Morgen schwungvoll heraus. Auch wenn es sich nur um ein Plüsch-Häschen handelt: für die Nacht war sie OK, aber ungeschminkt und vor dem Frühstück möchte er nichts mit ihr zu schaffen haben.

Wenn das so weiter geht, wird aus dem kleinen Mann einmal ein Autonarr mit ständig wechselnden Frauengeschichten.

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Berufswunsch (1)

Bekanntermaßen sind Bücher die großen Freunde des kleinen Mannes. Seinen leicht eigensinnigen Buchgeschmack haben wir kürzlich auch schon gestreift.

What goes around comes around Und was soll ich sagen? Die absolute Nummer eins im Buchregal ist derzeit etwas nicht mehr ganz taufrisches: What goes around comes around – The Films of Jonathan Demme. Krabbeln, Regal, Zugreifen, Jonathan Demme: alles ist wie eine Einheit. Es sieht aus wie pure Leidenschaft für die Hintergründe und wirklich kritischen und analytischen Fragen zu Streifen wie Philadelphia oder dem Schweigen der Lämmer. Glaubt man dem Sohn, ist das Buch nicht nur spannend, sondern auch lecker, reißfest und wurfsicher. Er steht drauf.

Sieht ganz so aus, als ob er später Filmkritiker wird.