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Streichpraline zum Frühstück

Bochum. Ein Ortsname, den man so richtig schön dreckig aussprechen kann. Um sich dann zu fragen: Was kommt eigentlich aus Bochum?

Viel Begeisterndes fällt einem im Rausch der gesunden Alltagsignoranz erst einmal nicht ein. Dabei braucht’s gar nicht so viel, um zu erkennen, dass selbst der olle Ruhrpott ganz feine Dinge hervorbringen kann.

Streichpralinen zum Beispiel. Das sind feine Stückchen aus Schokolade mit einer saftig-cremigen Füllung, die nicht nur fein aussehen, sondern sich auch prima mit dem Messer teilen und auf dem Frühstücksbrötchen verteilen lassen.

Das ist ganz irre viel schöner, angenehmer, eleganter und den Morgen verbessernd, als all die sonst so üblichen Nuss-Nugat-Cremes da draußen. Ich kann’s echt nur empfehlen. Zur Quelle bitte bei der Confiserie Ruth vorbeischauen.

Bochum? Gerne wieder.

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Die liebe Altmark

Wer sich hier vor den Zug schmeißen will, braucht einen Fahrplan, sonst erfriert er vorher.

(Christian Gesellmann bei den Krautreportern)

Die gute alte Heimat, sie kommt bei den Krautreportern irgendwie nicht so gut an, das aber immerhin schön formuliert.

Und toll ist auch: Es ist keineswegs alles verloren. Denn es leben Menschen im Land, selbst in der Altmark. Und das sind feine Menschen, erlesene Menschen, aktive Menschen. Sehr aufschlussreich und anregend ist es so zum Beispiel, ein wenig auf der Webseite des edlen Altmark-Reiseführers In the Middle of Nüscht herumzustöbern. Dort gibt es dann zum Beispiel dieses klare Lebenszeichen:

Warum glaube ich viel eher an einen positiven Ruck unter uns Altmärkern? Ganz einfach: Worauf man sich konzentriert, das vermehrt sich – eine alte Weisheit. Keine Ahnung woher. Aber sie stimmt.

(Jana Henning in Together we stand, devided we fall)

Eben. Bei diesem Beitrag gibt’s weiter unten sogar noch einen Link zum Club Hanseat. Und genau dort kann man eine ganz wundervoll anregende Jugend verbracht haben. q.e.d.

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Laufend aktuelle Nachrichten? Schnee von gestern.

Unsere illustrierende Blognachbarin Kiki beobachtet, was ihr so alles zu erträglichen Stimmungslagen verhilft. Dazu gehört zum Beispiel:

»Keine Nachrichten sehen, hören, lesen.«

Das ist in der Tat ein Ansatz, der viel lauten Nebensächlichkeitsmüll aus dem Alltag herausfiltert. Kurioserweise kommt ausgerechnet auf einem der Timeline-Aufreger-Kanäle der dazu passenden Hinweis auf eine News Diät:

Die ist zwar nicht mehr ganz frisch, provoziert aber natürlich trotzdem den spontanen Reflex, mit Neil Postmans Standardwerk von 1985 zu reagieren, in dem er propagierte, dass wir uns mit dem ganzen hochaktuellen Nachrichtenwahn nochmal zu Tode amüsieren würden. Wir hatten das hier schon mal.

Nun klingt das alles fast so, als würden wir hier das Boot der Kulturpessimisten zu Wasser lassen, denen nichts mehr zuwider ist, als journalistische Feinarbeit. Aber das wäre selbstverständlich ein ganz famoser Irrturm. Man sieht es zum Beispiel daran, dass die lieben Journalisten durchaus mit im Boot sitzen. So plant die taz zum Beispiel mit ihrem Szenario 2022 den Ausstieg aus dem täglich gedruckten Exemplar, die Krautreporter haben mit ihrer Morgenpost zwar einen täglichen Newsletter, der enthält aber nur drei Themen (und zunehmend Ballast drum herum, sie üben also wohl noch), bei Perspective Daily kommt  »täglich ein Artikel, der einordnet – statt vieler Schlagzeilen.« Reicht.

Es reicht sogar mehr als aus. Dieses ständige Hecheln nach irgendwelchen Kühen, die gerade wieder durch das Aufregedorf getrieben werden, artet sonst noch zu einem Vollzeitjob aus. Der wenig bringt. Im Gegensatz zu ein paar sinnvollen Alternativen, welche Kiki in ihrem oben verlinkten Beitrag aufführt. Womit sich der Kreis wieder schließt. Wie hübsch.

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Feedreader-Ästhetik

Nach unserer Rückkehr aus Australien meint der Feedreader recht lapidar:

2288 ungelesene Artikel

Das ist doch wundervoll. Was für eine schöne Zahl. Ich mag schöne Zahlen.

Und so ganz en passant zeigt sie auch, dass man das Internet offenbar ganz gut ohne Feedreader und Twitter und Facebook und Co. benutzen kann. Was auf eine Art auch ganz hübsch ist.

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Auf dem Bahnsteig

Geh auf Reisen, da erlebst du was.

Es ist einer dieser Sprüche, an denen durchaus etwas dran ist. Kaum kommt man schließlich raus aus der Routine, schon passiert etwas. Dabei muss es gar nicht immer die große Weltreise sein, manchmal reicht auch schon der kleine Ausflug zwischendurch. Wie zum Beispiel der Weg zur Arbeit.

Und selbst dabei ist es relativ egal, wie man im konkreten Fall so unterwegs ist. Rollt man mit dem Auto über die diversen Fährten der Südstaaten, kann man bei einem Blick hinter die Steuer der anderen ganz faszinierende Posen des In-der-Nase-Bohrens bewundern, Zeitungsleser bestaunen, sich Rasierende sehen und bei wahren musikalischen Größen vom offensichtlich leidenschaftlichen Gesang nichts hören.

Aber auch mit der Bahn wird es nicht langweilig. Dabei möchte ich hier gar nichts sagen über In-den-Zug-Drängelnde oder Sich-lange-vor-Ankunft-in-den-Gang-Stellende. Die kennen wir schließlich alle. Es ist quasi Routine. Nein, heute stehe ich einfach mal auf dem Bahnsteig, warte auf das sich verspätende Gefährt und schaue mich um. Und sehe ein recht schlichtes Bild:

Sie pöbeln nicht, sie singen nicht, sie grölen nicht, sie rempeln nicht. Sie stehen nur. Ob mit Anzug oder Becks. Tja, geh auf Reisen, da erlebst du was.