Kategorien
bücher

Ein Buch, ein Buch, ein kostenloses Buch

In diesem Internet ist wirklich immer etwas los. Da guckt man einmal kurz nicht hin und: zack, gibt’s einen Skandal. Es ist verrückt.

Aktuell hat sich in dieser Reihe Vea Kaiser zu Wort gemeldet. Von ihr werden wohl Bücher kopiert. E-Bücher, versteht sich. Das findet sie nicht so toll und hat sich auf Facebook mit einem offenen Brief an die Ganoven beschwert. Einen konkreten Link habe ich jetzt nicht, denn wir reden hier von Facebook. Mit den Links dort hinein ist das immer so eine Sache. Aber ich verrate Ihnen etwas: So toll war dieser offene Brief gar nicht geschrieben. Da hat sich die Autorin wohl stilsicher ihrer Zielgruppe angenähert.

Aber wie dem auch sei. Im Internet ist nicht nur immer etwas los, es schreiben auch immer mehrere Leute darüber. Darauf ist Verlass. Und mit etwas Glück gehört Pia Ziefle zu diesen Kommentatoren. Von ihr halten wir hier viel. Und zur ganzen Debatte über gute Bücher und böse Kopierer hat sie den folgenden Ratschlag parat:

Also: schickt uns Autoren eine Mail, wenn Ihr unsere Arbeit wertschätzt, flattert unsere Artikel, schickt uns Selbstgebackenes in großen Kisten. Aber lasst unsere eBooks in Ruhe, ja?

Selbstgebackenes zur Buchentlohnung. Die Idee ist so charmant, da wäre ich auch immer dabei. Das nur so als uneigennütziger Tipp am Rande.

Und für alle, denen die ganze Diskussion viel zu verkrampft erscheint, habe ich hier eine Aktion als kleine Lockerungsübung für zwischendurch: ein kostenloses E-Book.

Kostenlos? E-Book?

Ja, genau. Und zwar total legal. Bis zum Ende der Woche gibt’s das E-Buch zum Blog kostenlos bei Amazon.

Entspanntes Lesen wünsche ich.

Kategorien
sprachentwicklung

Mir sin die wo gwinne welle

Eine der ganz alltäglichen Herausforderungen der Kindererziehung liegt darin, ihnen ihre Muttersprache möglichst überzeugend nahezubringen. Herkunft ist dabei alles. Es hilft also, dass beide Eltern hier im Haus aus dem Epizentrum des Hochdeutschen stammen. Wir können somit gar nicht anders, als dem Nachwuchs das Sprechen in glasklarem Hochdeutsch beizubringen. Da gibt es kein Entrinnen. Die Natur hat es uns einfach so mitgegeben. Was sollen wir machen? Es ist der pure Hang zur Glaubwürdigkeit, der uns gelegentlich eine Ölf einstreuen lässt, wenn es um die Zahl zwischen der Zehn und der Zwölf geht. Aber im Ernst: Das war’s. Der Rest ist sauber. Hochdeutsch. Wo kämen wir sonst hin?

Es ist ein Segen für die Kinder. Und prompt meint der Sohn heute beim kreativen Schaffen von Schienenfahrzeugen aus seinem Legovorrat:

So eine habe ich schon. Das ist die Eisenbahn, die wo der Opa hat.

Herkunft ist eben alles. Der Sohn ist hier vor Ort geboren und somit ein waschechter Südstaatler. Sprachlich können wir Zugereisten da noch so einiges von ihm lernen.

Kategorien
werbung

Ein Film, ein Film, ein Kinderfilm. Nur: welcher?

Ich weiß gar nicht mehr, wer es war, aber auf einem der sozialen Medienkanäle hat jemand dieses schöne neue Projekt angepriesen: Das Kinderfilmblog.

Dazu möchte ich gar nicht viel mehr sagen als: großartige Idee! Es ist genau das, was der Titel verspricht. Es ist ein Blog mit Tipps für Filme, welche auch der Nachwuchs sich mal angucken kann. Denn zu einem ausgewogenen Medienkonsum können ja nicht nur Apps für das Tablett gehören. Echtjetztmal.

Als bekennender Freund von RSS-Feeds habe ich selbigen gerade abonniert. Sie sollten das auch tun.

Und falls jemand das Exklusivrecht für die Verbreitung dieses großartigen Tipps für sich beansprucht: bitte melden! Für derart gute Hinweise möchte ich auch gern mal Danke! sagen.

Update: Der Herr Buddenbohm war’s. Wer auch sonst? Mit einem Retweet. Vielen Dank!

Kategorien
sohn

Ruhe am Morgen

Gemeinhin sind die Kinder hier im Haus Frühaufsteher. Wie sich das gehört. Aber manchmal schläft der Sohn trotzdem glatt bis um zehn. An solchen Tagen steht er dann gern zum Aufwachen singend im Bett und brüllt laut: Ich bin der größte Supermann der Welt!

Es geht doch nichts über eine ausgeschlafen gesunde Selbsteinschätzung zum Start in den Tag. Ab jetzt stehen wir dann trotzdem wieder pünktlich und in gebotener Ruhe auf. Also wirklich.

Kategorien
sohn

Südstaatenkreativität

Rituale sind dafür da, dass man sich auf sie verlassen kann. Das gilt sogar für saisonale Rituale. Ein ganz großes sind die jährlichen Öffnungszeiten von Eisverkäufern: Im Sommer sind sie da und bedienen Schlangen von genusssüchtigen Massen, im Winter sind sie verschwunden und wir stellen uns vor, dass sie das Dolce Vita im Süden genießen. Ein anderes großes Ritual veranstaltet der Rest von uns: all jene, die kein Eis verkaufen. Nur, dass wir den Spieß umdrehen und halt im Sommer einen auf Dolce Vita machen. Das sieht bei uns in der Familie ganz ähnlich aus. Allerdings verteilen wir den Sommer in etwa gleichmäßig über das Jahr und fahren immer mal aus unseren Südstaaten in den Norden zur Ostsee. Wenn das Wetter halt mitspielt. Wie jetzt gerade wieder.

Das ist nicht nur generell eine charmante Abwechslung, das gefällt auch den Kindern. Nach ein paar Anläufen kennen sie die Gegend und können sogar einen guten Teil der regelmäßig vorbei fahrenden Boote benennen. Es sind große Fähren ebenso dabei wie Küsschenwachen, kleine Hafenrundfahrten, Containerboote, die immer wieder mal kommen und sportliche Schlepper, welche selbige durch die Gegend ziehen. Von allen Sorten hat der Sohn sich bereits besondere Lieblinge herausgesucht. Insgesamt hat er in etwa sieben Lieblingsboote. Es schadet nicht, hier ein wenig zu diversifizieren.

Wir haben also unsere Freude an der Küste. Aber man ahnt es sicher: Irgendwann fehlt meist doch die Heimat. Der Sohn sagt in solchen Momenten: Papa, ich will mal wieder nach Hause. Unser restliches Spielzeug holen. Und dann will ich aber gleich wieder hierher. Können wir einfach ganz viel bei meinen Lieblingsbooten bleiben?

Ich erzähle ihm daraufhin etwas von Heimat, unserem Zuhause, von seinen Kumpels, der Kita und auch davon, dass seine Eltern ganz gern zur Abwechslung mal wieder arbeiten würden. Nicht immer nur Strand, Boote zählen und Löcher in die Luft gucken.

Sohn: Ach was, Papa. An den Computer kannst Du Dich doch auch hier immer mal setzen. Du arbeitest und wir spielen dann ganz ruhig, ja?

Die anderen Punkte leuchten ihm jedoch ein. Vom inneren Konflikt getrieben wird der Sohn dabei kreativ: Papa, ich habe eine Idee! Wir können doch im Winter in Karlsruhe wohnen und im Sommer an der Ostsee. Das wäre schön, oder? Tja, da hat er doch durchaus einen Punkt, der Herr Nachwuchs. Warum eigentlich sollen nur italienische Eisverkäufer von saisonalen Wetterschwankungen profitieren?

Wahrscheinlich, weil das Wetter macht, was es will und gar kein wirkliches Ritual mehr ist. Da will man nämlich selbst im Winter auf einmal ein Eis essen und auch im Sommer seinen Kaffee mit den Kollegen trinken. Offenbar ist auf wirklich nichts mehr Verlass. Schlimm ist das.