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auf die ohren podcast

Wo holt und hört Ihr Eure Hörbücher?

Drüben – im Podcast der Büchergefahr – ist gerade eine neue Folge erschienen. Neben diversen anderen Themen geht es darin auch um ein Whitepaper der Frankfurter Buchmesse, welches sich dem aktuellen Marktgeschehen rund um Hörbücher widmet.

Nach der Feststellung, dass Streaming derzeit eine noch recht lächerlich kleine Rolle spielt, kam die Frage auf, wo wir uns eigentlich alle so mit Hörbüchern versorgen. Meine naive Annahme war, dass es die üblichen verdächtigen Streamingkanäle sind: Audible, BookBeat, Deezer, Spotify, Storytel. Dem scheint aber gar nicht so zu sein. Tja, was denn dann? Kauft Ihr MP3s bei den diversen Online-Buchläden? CDs im Elektroladen um die Ecke?

Sagt doch mal an. Gern auf Mastodon oder Twitter. Ich sammle die Antworten und dann thematisieren wir das einfach noch mal. Diese Podcastfolgen wachsen ja schließlich nach.

Ich bin gespannt.

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aus dem regal

Gelesen: Niemand ist bei den Kälbern von Alina Herbing

Christin ist bei den Kälbern. Nicht ganz freiwillig, aber ihr Freund Jan ist Milchbauer und möchte gern den väterlichen Hof übernehmen. Da hat es Sinn, wenn auch mal jemand nach den Kälbern guckt.

Das hat Potenzial für viel ländliche Idylle. Fern vom städtischen Geschwindigkeitswahn, mit frischer Luft, dem Blick über das weite Land, schweifenden Gedanken. Viel gibt’s davon aber nicht, sondern eher genau das Gegenteil. Denn Jan hat sie sich zwar ausgesucht, das Leben auf dem Hof aber eher nicht. Lieber wäre sie in einer Stadt, einer möglichst großen, mit viel Chic und allem, was so dazugehört.

Also geht’s genau darum: Kann sie dem gnadenlosen Alltag entkommen? Und wie? Und sollte sie das wirklich? Oder lässt sich nicht doch alles irgendwie ertragen? Aber geht’s denn darum, alles irgendwie zu ertragen? Und wenn das Drumherum so unerträglich ist, wie sieht’s dann mit der Beziehung aus? Vor allem, wenn der Alltag und die Routine eingezogen ist?

Fragen über Fragen. Sie treiben Christin durch die Geschichte. Das ist nicht immer schön, man möchte sie manchmal schütteln und ihr ein herzhaftes »Nun mach schon!« zurufen. Und in ihrem ganz eigenen Tempo macht sie dann ja auch, vor allem, als dann wirklich mal niemand bei den Kälbern ist.

Das ist kein Coming-of-Age, aber es ist ein Coming-of-Sinn-des-Lebens. Wenn man die durch quasi den gesamten Text mäandernde Melancholie erträgt, macht das auch Spaß beim Lesen.

So gesehen, ein schöner Text.

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podcast

Bei der Büchergefahr wird eine Betaphase geöffnet

Im Podcast des Hauses gehen wir mutig voran und thematisieren etwas, das manche von uns lieber heimlich unter den Tisch kehren möchten. Es ist ein hochsensibles Thema, brisant förmlich. In unserem lieben Internet und dort vor allem den feinen Social-Media-Kanälen werden so manche Sorgen und Nöte nämlich nicht immer mit der ihnen eigentlich zustehenden Contenance und Gelassenheit behandelt.

Das liebe Gendern ist so ein Fall. Da kann man ganz wahnsinnig viel falsch machen und dann mit wenig Eleganz durch den fabrizierten Scherbenhaufen stampfen. So haben wir im besagten Podcast zum Beispiel seit geraumer Zeit einfach immer stur das generische Femininum benutzt. Da war von Leserinnen die Rede, von Lektorinnen, Autorinnen auch und die lieben Männer waren einfach immer klammheimlich mitgemeint. Zustände sind das. Schlimm, schlimm. So geht doch das nicht.

Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Entgendern heißt sie. Genaugenommen: »Entgendern nach Phettberg« und der Hinweis darauf wurde hier auf Twitter ins Haus getragen. Sind die Social-Media-Kanäle doch noch für was gut. Und die Erklärung, wie das mit diesem Entgendern funktioniert liefert Thomas Kronschläger in einem YouTube-Video vom Science Slam Vorentscheid Nord:

Wundervoll.

In der oben so beiläufig erwähnten neuen Podcastfolge geht es ansonsten mal wieder um KI im Zusammenhang mit Texten und darum, dass beim Lektomat – dem Textanalysetool des Hauses – die Betaphase jetzt soweit geöffnet ist, dass man sich einfach selbst einen eigenen Account zum Ausprobieren holen kann.

Was es alles gibt.

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laufen

Aussortierte Laufschuhe: Brooks Neuro 2

Es gibt ein großes Dilemma, wenn man sportlich viele Laufschuhe im Regal hat, aber nur weniger sportliche Umfänge mit diesen absolviert: Man braucht halt immer eine Weile, bis mal wieder ein Paar durchgelaufen ist und Platz machen darf. Irgendwann ist’s dann aber doch soweit. Hier und heute ist es ein Paar Brooks Neuro 2, welches in den Ruhestand geht.

Brooks Neuro 2 mit gerissenem Obermaterial.

Wie schon bei den guten alten Cloudflows macht auch hier wieder das Obermaterial schwach. Wieder vor allem beim linken Schuh. Man könnte jetzt mal in Ruhe darüber nachdenken, was das so über den kreativen Laufstil des Hauses aussagt. Aber das machen wir jetzt nicht. Wollen ja nicht abschweifen.

Brooks Neuro 2 mit gerissener Schlaufe

Spannend ist allerdings, dass sich hier weiteres Material müde wird und aufgibt: Die Schlaufen für die Schnürsenkel. Reißen einfach. Frechheit. Wo soll man da mit den Senkeln hin? In die Hand nehmen ist ja auch nur mäßig toll.

Also alles Schrott?

Na, nicht ganz. Die Sohle spielt zum Beispiel recht solide mit. Zumindest auf den ersten Blick wirkt sie doch fast wie neu. Ein zweites Mal muss man ja nicht so genau hingucken. Aber da reißt nichts, da bricht nichts. Feine Sache.

Brook Neuro 2 von unten.

Entsprechend lange haben sie mitgespielt. Das ist nicht eh klar. Brooks geben hier im Haus gemeinhin schnell mal auf. Mehr als sechs- bis siebenhundert Kilometer sind da oft nicht drin. Dieses Exemplar bringt es auf 1.030 Kilometer, schaffen also die mileneale Schallmauer. Das ist ja auch irgendwie wichtig, man geizt halt so vor sich hin. Wer will schon alle paar Wochen neue Schuhe kaufen? Eben.

Oder kurz: Brooks? Rehabilitiert. Kann man laufen. Ruhestand verdient.

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aus dem regal

Gelesen: Perry Rhodan von Andreas Eschbach

Es gibt da so eine Soap Opera, es ist genau genommen eher eine Space Opera, die sich seit erstaunlich langer Zeit erstaunlich gut hält und eine erstaunlich solide Leserschaft erfreut. Was es so alles gibt, man staunt und freut sich. Denn das ist doch eine Art Konstante, die das Leben für viele ganz offensichtlich angenehmer, unterhaltsamer und insgesamt somit schlicht etwas schöner macht. Besser wird’s wohl nicht.

Perry Rhodan heißt die Serie übrigens. Und für manche mag es ein little-known-fact sein, dass dessen Redaktion hier in den Südstaaten quasi gleich um die Ecke residiert. Passenderweise war der Redakteuer vom Dienst auch schon bei der Büchergefahr zu Gast.

Andreas Eschbach: Perry Rhodan.

Und endlich kommt es auch als Lektüre ins Haus. Allerdings nicht gleich die ganze Serie. Damit hat unsereins es schlicht nicht so. Hier soll, darf und muss sich die Lektüre regelmäßig ändern. Für eine ganze Serie reicht die Aufmerksamkeitsspanne schlicht nicht. Schlimm die Zeiten, wohl wahr.

Also gibt es nur ein Buch. Es ist ein Einsteigerbuch. Konkret eines, welches ein wenig zu den ganzen Hintergründen der Saga erzählt. Passenderweise passiert das in Form der Jugendjahre des titelgebenden Perry Rhodan, der ja auch irgendwann mal klein war und so aufgewachsen sein muss, dass er irgendwann zum großen Weltraumhelden werden konnte.

Erzählt wird diese Geschichte von Andreas Eschbach. Von ihm hatten wir hier ja schon ein paar Bücher auf dem Kanal. Seine Art zu erzählen passt. Meistens zumindest. Im hier konkret vorliegenden Fall hat er sich interessanterweise für die Erzählperspektive eines quasi unbeteiligten Dritten entschieden, also jemanden, der aus dem Off auf das Leben des heranwachsenden Helden guckt und es kommentiert. Darauf muss man sich einlassen, selbst wenn es manchmal befremdlich wirken mag.

Wie es sich bei einer großen Saga und einem erfahrenen Autoren gehört, ist die Geschichte der Jugendjahre des Perry Rhodan natürlich nicht ganz geradlinig. Sie spielt aber passenderweise mitten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in welcher ja doch so einiges los wahr. Und vieles davon finden hier seinen Platz und spielt eine Rolle.

Hauptsächlich ist das natürlich das Wettrennen um die Reise ins All und zum Mond. Viele der tatsächlich dabei aktiven Charaktere tauchen hier auch auf. Im Detail fällt die Geschichte natürlich ein wenig anders aus, als wir sie erlebt haben. Aber das gehört sich so, das muss so sein.

Irgendwie viel spannender ist das Zusammenspiel des restlichen Weltgeschehens. Ob es die Rassenunruhen in den Vereinigten Staaten sind, ob des der Vietnamkrieg ist, ob es Studentenaufstände in Paris sind: Kommt alles vor, spielt alles eine Rolle, ist alles interessant miteinander verwoben.

Unter dem Strich gibt’s hier solides Coming-of-Age, welches auch dann noch Spaß macht und spannend unterhält, wenn klar ist, dass aus dem Protagonisten am Ende ein großer Held wird.

Und die Serie zieht hier wohl trotzdem nicht als regelmäßiger Gast ins Haus ein. Aber das macht nichts, das passt schon so.