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auf die ohren

Gehört: Eines Menschen Flügel von Andreas Eschbach

Jetzt nehmen wir mal an, dass die Welt den Bach herunter geht. Also: Dass sie zwar bestehen bleibt, wir aber schrittweise in eine totale Diktatur geraten, alles recht unfrei wird, der lebenswerte Charme des Alltäglichen verloren geht.

Weiterhin nehmen wir an, dass ein paar klevere Wissenschaftler das Ganze frühzeitig erkennen und sich mit einem Raumschiff auf den Weg machen, um eine alternative Welt zu suchen, in der es sich friedlich weiterleben lässt.

Wenn wir jetzt noch annehmen, dass sie dabei erfolgreich sind und wir obendrein circa 1.000 Jahre in die Zukunft gehen, dann sind wir genau da, wo Eines Menschen Flügel von Andreas Eschbach spielt.

Menschen leben auf einem uns fremden Planeten, sie sind dort sehr, sehr glücklich, es gibt keinen Krieg, keine größeren Zerwürfnisse, keine ernsthaften Streitereien. Die Menschen lassen sich nur von ihren alltäglichen Sorgen, Nöten und Liebeleien beeindrucken.

Die Wissenschaftler, welche vor den besagten 1.000 Jahren diese neue friedliche Welt gefunden haben, fanden auch einen Weg, den Menschen Flügel zu spendieren. Denn eine wirkliche Sorge gibt es doch: Im Boden der Welt lebt ein Tier, welches ruck-zuck alles frist, was dort den Fuß hinsetzt. Also können die Menschen fliegen, leben in riesigen Bäumen, haben damit aber überhaupt keinen Stress.

Während man sich die kleinen und größeren Alltagssorgen der Menschen jetzt quasi ewig lang angucken könnte, passiert natürlich irgendwann doch etwas ernstes. Die Vergangenheit holt unsere Menschen ein. Und es steht nicht weniger auf dem Spiel, als ihre ganze Existenz.

Gelesen wird dieses gute Stück von Matthias Koeberlin. Und dieser schafft es, dass man ihm über 40 Stunden lang zuhört und dabei nicht müde wird. Zwischendurch rollt man vielleicht ein wenig mit den Augen, weil die Sache mit den ganzen Liebschaften doch ein wenig viel wird. Aber dafür kann der Sprecher ja nichts.

Unterm Strich: Das war eine sehr unterhaltsame Lektüre, sie lag hier gern auf den Ohren.