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aus dem regal

Gelesen: Koma von Jo Nesbø

Die Skandinavier im Allgemeinen und die Norweger im Besonderen können tolle Krimis und Thriller schreiben. Man hört und liest das ja immer wieder. Und irgendwann stellt man fest: Ich hab’s noch nie probiert, noch nie mal selbst einen Blick reingeworfen. So geht das natürlich nicht.

Jo Nesbø also. Koma, um genau zu sein. Zur Probe greife ich also mitten hinein in eine Serie. Das soll aber gar nicht schlimm sein, heißt es. Es geht immer um einen Fall, der gelöst werden möchte. Das passiert innerhalb des einen Buches. Die Darsteller tauchen halt auch vorher und später oft noch auf. So sei es.

Im Fall geht es hier um einen Serienmörder. Das ist nicht schön, aber es soll ja auch spannend sein. Die Serie der Getöteten weist natürlich Gemeinsamkeiten auf. Es sind alles Polizisten. Und diese haben beim Aufklären einer früheren Straftat alle Fehler gemacht. Zu den Orten dieser Fehler kehren sie jetzt zurück. Unfreiwillig. Zum jeweils letzten Mal.

Das verspricht Drama. Und man bekommt Drama. Natürlich kommen auch noch Intrigen und unmoralische Machenschaften hinzu. In den Reihen der Polizei arbeiten schließlich auch nur Menschen. Einer von diesen wird zum Klären des Falls jetzt wieder aus der Versenkung geholt. Harry Hole heißt er, ist eine wahre Legende, allerdings eine mit einem Alkoholproblem.

Zusammen mit ein paar anderen cleveren Damen und Herren löst er den Fall jedoch.

Ende gut, alles gut?

Na, auf jeden Fall kann man sagen: Die Skandinavier haben’s drauf. Hier versteht jemand sein Handwerk. Jo Nesbø weiß, was er tut, selbst dieser Teil mitten aus einer Serie ist super lesbar, es ist alles fast schon ein wenig zu perfekt stilisiert, der heilige Held kommt ein enig zu heroisch aus dem Untergrund hervor, die bösen Gegenspieler sind etwas zu glatt hinterhältig. Aber das ist Genöle auf hohem Niveau. Lesbare Sache, wer Krimis mag, fühlt sich hier wohl.