Gelesen: Der Club von Takis Würger

Zum Anfang gibt‘s glatt mal wieder ein Bekenntnis: Im Stapel ungelesener Bücher des hiesigen Regals fangen einige Exemplare bereits an, zu vergilben. Man kommt ja zu nix. Wir kennen das sicher alle.

Immerhin habe ich jetzt mal wieder etwas herausgezogen: Der Club von Takis Würger ist dabei freundlicherweise sowohl ein angenehm schlankes Buch, als auch eines, welches an den Buchseiten blau eingefärbt ist. Das vergilbt nicht so leicht. Wie entgegenkommend.

Das gilt auch für seinen Erzählstil. Ebenfalls sehr entgegenkommend. Was nicht an der Geschichte liegt. Die ist nämlich eher düster. Sie geht damit los, dass ein Junge zum Waisen wird, als Verwandte bleibt ihm eine Tante, die im fernen englischen Cambridge steckt. Nach seinem Internat holt sie ihn dort hin, damit er im titelgebenden Männerclub düstere Machenschaften aufdeckt. Mitsamt seinen Boxkünsten schafft er es in den Club hinein. Und natürlich ziehen ihn die Verlockungen darin in ihren Bann.

Es folgt ein Hin und Her, ein Yin und Yang, ein Pendeln zwischen Boxen und zwischenmenschlichen Feinheiten, testosteronschwangere Auswüchse wechseln sich mit sensiblen Gefühlen von Frischerwachsenen ab. Das alles ist spannend, mitreißend und umwerfend sensibel erzählt.

Man kann es am Ende recht klar sagen: Boxen ist Mist, das Verhalten so mancher in elitären Clubs ist Mist. Dieses Buch ist es zum Glück nicht. Feine Lektüre. Sollte man vor dem Lesen nicht erst im Regal vergilben lassen.