Unsere deutsche Gründlichkeit ist zu langsam. Oder: Die Rechte von KI-Übersetzungen bleiben bei der Autorin

Reden wir über die liebe deutsche Gründlichkeit und was sie so anrichten kann. Das machen wir natürlich ganz entspannt, indem wir uns erstmal einen Podcast auf die Ohren legen. Konkret empfehle ich die aktuelle Folge der Vienna Writerin, bei der Joanna Penn zu Gast ist.

Joanna ist eine Autorin von spannender Belletristik und von Sachbüchern. Lässt sie ihre Bücher jetzt ins Deutsche übersetzen, liegt das Copyright dafür bei der jeweiligen Übersetzerin. Schöpfungshöhe und so, die Idee ist durchaus nachvollziehbar. In so einer Übersetzung steckt schließlich Arbeit drin.

Aber: Die Erde dreht sich weiter, die Zeit schreitet voran. Erste Entwürfe für Übersetzungen lassen sich auch weniger manuell erstellen. In besagter Podcastfolge hören wir jetzt: Lässt unsere Autorin einen – wie auch immer gearteten – Entwurf einer Übersetzung schlicht überarbeiten, bleibt das Copyright bei ihr.

Joanna greift das Thema in ihrem eigenen Podcast noch einmal explizit und etwas ausführlicher auf. Zitat daraus:

[…] the copyright for the translation belongs to the owner of the document.
This is super important for German, in particular, because in Germany, the translator can have the copyright to the translation. But if the first draft belongs to you, then any further translation is editing of an initial draft so the copyright remains with the author. Since control of intellectual property is a critical part of the author business, this was attractive!

Joanna Penn in »Tips For Self-Publishing In Translation: Adventures With AI and German«

Da haben wir Deutschen uns ja mal wieder ein super Ei ins Nest gelegt. Meine Güte.

Aber mit DeepL hat Joanna zumindest den Service einer deutschen Firma genutzt. Vielleicht haben wir den Anschluss also doch nicht nicht komplett verpasst. Ein Trost.