Die schönen Seiten des Harry Potter

Die Kinder im Haus sorgen für Bildung. So gibt es Bücher, die man endlich mal wieder in die Hand nimmt. Ohne den Nachwuchs hätte man das wohl eher nicht gemacht. Kürzlich haben wir zum Beispiel Nils Holgerson gelesen, also zum Abend vorgelesen. Das kennt man ja kaum noch. Zumindest davon abgesehen, dass ein geschrumpftes Kind mit den Wildgänsen in den Norden fliegt. Aber was da unterwegs passiert: tja, wer weiß. Oder wer kennt noch die Abenteuer von Huckleberry Finn? Ohne jenen mit Tom Sawyer? Na? Also ich gebe zu: Ohne die Kinder würde ich mich beim nächsten Partygespräch zum Thema lieber schnell und elegant aus dem Staub machen. Dank der Kinder kann ich jetzt aber Nächte durchfeiern und eine Anekdote von abenteuerlichen Flussfahrten nach der anderen vom Stapel lassen.

So ähnlich ist es auch mit Harry Potter. Den hätte ich von selbst eher nicht in die Hand genommen. Wenn nicht auf einmal so eine wundervoll bebilderte Fassung genau dann gekommen wäre, als das mit dem Selbstlesen beim Sohn hier losging. Ein großes Buch, famose Bilder über ganze und gar doppelte Seiten oder dezent den Text umschlingend. Einfach nur schwarz auf weiß ist hier nichts. Jim Kay hat hier ganze Arbeit geleistet. Es ist ein visueller Traum.

Über die Geschichte muss man nicht viel verraten, oder? Zaubermädels und Zauberjungs stecken im Zauberschloss, lassen sich dort von Zauberlehrern aufschlauen, schmieden Intriegen, spielen ein drolliges Spiel auf fliegenden Besen, tricksen abenteuerliche Monstergestalten aus und verbringen anschließend die Sommerferien wieder friedlich zu Hause. Oder auch weniger friedlich, wenn es sie in die falsche Familie verschlagen hat.

So weit, so bekannt. Doch selbst, wenn man sich für die Geschichte vielleicht nicht erwärmen kann, lohnen sich die bebilderten Ausgaben der Serie. Sie erscheinen hübsch langsam nacheinander. Immer so ungefähr ein Teil kommt pro Jahr heraus. Bisher sind die ersten drei Bände erschienen. Wobei ich zugebe, dass wir uns den dritten kürzlich aus Australien mitgebracht haben. Man gönnt sich ja sonst nichts im Reisegepäck.

Das hier aber schon. Denn es ist chic. Das kann man sich sogar als Coffeetable-Book hinlegen, wenn man auf  so etwas steht. Das passt auch. Aber Lesen ist ebenfalls eine Option. Dann kann man nicht nur auf irgendwelchen Parties, sondern auch am Kindertisch den Gesprächen folgen. Bildung, wo man nur hinguckt. Und dann wird’s einem auch noch so ansprechend präsentiert. Wie toll, kann man in die Hand nehmen.