Laufend aktuelle Nachrichten? Schnee von gestern.

Unsere illustrierende Blognachbarin Kiki beobachtet, was ihr so alles zu erträglichen Stimmungslagen verhilft. Dazu gehört zum Beispiel:

»Keine Nachrichten sehen, hören, lesen.«

Das ist in der Tat ein Ansatz, der viel lauten Nebensächlichkeitsmüll aus dem Alltag herausfiltert. Kurioserweise kommt ausgerechnet auf einem der Timeline-Aufreger-Kanäle der dazu passenden Hinweis auf eine News Diät:

Die ist zwar nicht mehr ganz frisch, provoziert aber natürlich trotzdem den spontanen Reflex, mit Neil Postmans Standardwerk von 1985 zu reagieren, in dem er propagierte, dass wir uns mit dem ganzen hochaktuellen Nachrichtenwahn nochmal zu Tode amüsieren würden. Wir hatten das hier schon mal.

Nun klingt das alles fast so, als würden wir hier das Boot der Kulturpessimisten zu Wasser lassen, denen nichts mehr zuwider ist, als journalistische Feinarbeit. Aber das wäre selbstverständlich ein ganz famoser Irrturm. Man sieht es zum Beispiel daran, dass die lieben Journalisten durchaus mit im Boot sitzen. So plant die taz zum Beispiel mit ihrem Szenario 2022 den Ausstieg aus dem täglich gedruckten Exemplar, die Krautreporter haben mit ihrer Morgenpost zwar einen täglichen Newsletter, der enthält aber nur drei Themen (und zunehmend Ballast drum herum, sie üben also wohl noch), bei Perspective Daily kommt  »täglich ein Artikel, der einordnet – statt vieler Schlagzeilen.« Reicht.

Es reicht sogar mehr als aus. Dieses ständige Hecheln nach irgendwelchen Kühen, die gerade wieder durch das Aufregedorf getrieben werden, artet sonst noch zu einem Vollzeitjob aus. Der wenig bringt. Im Gegensatz zu ein paar sinnvollen Alternativen, welche Kiki in ihrem oben verlinkten Beitrag aufführt. Womit sich der Kreis wieder schließt. Wie hübsch.