Auf die Ohren: Der nasse Fisch. Oder: Babylon Berlin als Hörspiel

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Es gibt so Trends und Modeströmungen, bei denen kommt man selbst manchmal gar nicht so richtig mit. Serien zum Beispiel. Serien sind ja total angesagt. Wie man da Geschichten erzählen kann, toll. Wie ausgewogen dort die Charaktere entwickelt und dargestellt werden können, faszinierend. Ein Traum sei das. So höre ich es zumindest immer wieder bei der einen oder anderen sich bietenden Gelegenheit.

Allein: Wann soll man das denn machen, dieses Seriengucken? Hä? Man kommt doch so schon zu nix. Aufstehen, Frühstücken, in der Nase bohren – zack, ist der Tag rum. Vielleicht kommt man zwischendurch noch mal zum Arbeiten, man verzweifelt bei einem Volkslauf oder man blättert müde in einem Buch. Das mag alles durchaus mal vorkommen. Aber: Seriengucken? Also wirklich.

Doch gerade gab es hier mal wieder einen Versuch. Die Dame des Hauses hat so ganz beiläufig und charmant Babylon Berlin auf den Bildschirm gebracht, da habe ich mich glatt dazugesetzt. Es handelt sich um die Verfilmung von Volker Kutschers Buch Der nasse Fisch. Es geht um Berlin, es geht um das Jahr 1929, es geht um Menschen, die nicht immer nett zueinander sind, es geht um Gold, viel Gold und so ganz generell geht es um den gemeinen Sittenverfall, daher übrigens auch der kreative Titel der Serie.

Was soll ich sagen? Das kann man gucken. Es ist ganz gut erzählt. Und die Charaktere werden hübsch ausgewogen entwickelt und dargestellt. Ein Traum ist das. (Ganz im Ernst: Man kann’s wirklich gucken. Also, wenn man diese Frühnazi-Zeit irgendwie ertragen kann, versteht sich.)

Und was zusätzlich ganz famos ist: Unsere gute, alte, öffentlich-rechtliche ARD hat nicht nur diese Bewegtbildserie produziert, sondern auch gleich noch ein Hörspiel mit dazu. Es heißt wie das Buch, nicht wie die Serie. Das wirkt verwirrend? Ist es nicht. Stattdessen ist es hörenswert, zumindest die erste Folge kann ich bereits empfehlen. Man kann sich jedoch auch vorsichtig mit den 73 Sekunden des Trailers herantasten. Für den Rest geht es dann hier entlang.

Für manche von uns passt das vielleicht besser als die Fernsehserie. Denn wie gesagt: Man kommt ja zu nix.