Wort zum Sonntag: Minecraft

Na, das geht ja gut los. Direkt nach dem Auftakt kommen wir hier mit einem Wort um die Ecke, das nun wahrlich keiner Erklärung bedarf: Minecraft.

Aber natürlich geht’s nicht darum, dass es sich hier um ein Computerspiel handelt. Es geht eher darum, was das Spiel macht, was es ermöglicht und warum es für die Prä-Teenager unter unseren Kindern so faszinierend ist.

Die New York Times hat dazu ein paar charmante Worte. Und sie fasst auf der einen Seite wunderbar zusammen, was das Spiel mit alten Traditionen des Bauens zu tun hat, warum es gerade für uns Europäer so spannend ist und wirft auch die These auf, dass hier die nächste Generation der digital Vordenkenden trainiert wird. Das, was die guten alten Rechner von Commodore mit ihrer Basic-Programmierung für unsere Generation waren, das könnte Minecraft für die Kinder von heute sein. Und ich muss zugeben: Der (visuelle) Charme und der Reiz dessen, was da früher entstand und was heute geschaffen wird, sind tatsächlich vergleichbar.

Auf der anderen Seite lesen wir jedoch auch, dass Möglichkeiten des Zerstörens und Zurückbauens mit dabei sind. Es wird allerdings nicht herumgeballert. Es geht nicht darum, andere möglichst clever zu vernichten. Es geht darum, sie einzuladen, die selbst geschaffenen Welten zu entdecken, auszukundschaften und die meist erstaunlich kreativen Konstruktionen auf sich wirken zu lassen. Einerseits. Und es geht darum, beim Kollaborieren die Kurve zu kriegen, als jungmännliche Spieler beispielsweise mitspielende Jungdamen elegant willkommen zu heißen und einzubeziehen anstatt primitiv herumzustänkern, wie es eben auch passiert. Das reale Leben lässt grüßen.

Tja, hat dieses Spiel am Ende des Tages einen produktiven Nutzenund eine ordentlich praktische Relevanz? Auf den ersten Blick natürlich nicht. Auf den zweiten aber eben doch. Der fällt uns erziehungsberechtigten alten Säcken nur manchmal halt nicht leicht.

Das sollten wir jedoch nicht dem Spiel anlasten. Schon gar nicht an einem Sonntag.