Gelesen: Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

Das ist mal eine dramatische Endzeitgeschichte. Entstanden aus mehreren dystopischen Kurzgeschichten hat Ray Bradbury mit Fahrenheit 451 seinen wohl bekanntesten Roman verfasst, der jetzt, nach nur ein paar Jahrzehnten, als wahrer Klassiker gilt.

Das liegt vielleicht daran, dass er eine wundervoll einfache Geschichte erzählt. Sie handelt von einem Feuerwehrmann. Das versteht man. Viele von uns wollten schließlich schon mal Feuerwehrmann werden. Früher, als die Ideale noch in Ordnung waren. Hier im Buch sind sie es jedoch nicht. Denn hier erledigen die Feuerwehrmänner zwar auch Aufräumarbeiten, aber ganz andere, als man es gemeinhin so kennt.

Denn in der hier relevanten Zukunft werden keine Feuer mehr gelöscht. Das ist nicht mehr nötig. Alle Häuser sind brandsicher. Da braucht man sich somit nicht weiter drum zu kümmern. Viel mehr Sorge machen die freien Gedanken der Menschen in den Häusern. Um die möchte man sich kümmern. Vor allem durch das Verbrennen von Büchern, welche die Leute schließlich nur auf dumme Gedanken bringen können.

Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Natürlich geht das mit dem Bücherverbrennen nicht ewig gut. Natürlich führt es zu Zweifeln. Und natürlich sind diese Zweifel nicht gern gesehen. So kommt es letztendlich, wie es kommen muss: Die Lage wird dramatisch, unser Feuerwehrmann wird zum Rebell, er wird verfolgt und findet seine Zuflucht bei jenen, die vor dem repressiven Regime untertauchen müssen. Am Ende bleibt Hoffnung, also nur bedingte Endzeit.

McDonalds-Buchladen in Maitland, Australien

Irgendwie dazu passend habe ich das Buch in einem alten, ganz klassischen Buchladen gekauft. McDonalds heißt dieser passenderweise, ist jedoch schon erheblich älter als die Frittenbude. Der Laden ist in Maitland zu finden und in ihm ist so moderner Schnickschnack wie Kartenzahlung schon seit mehr als 100 Jahren nicht nötig gewesen. Dabei bleibt’s doch bitte auch. No worries, sagen sie einem. Das sei ja alles kein Problem, draußen irgendwo steht schließlich ein ATM herum. Beruhigend, so ein Laden.

Aber auch in Australien werden diese selten. So manchen Buchladen gibt es dort nur noch in Geschichten von früher. Wir können uns die Bücher schließlich nach Hause bestellen. Was natürlich schwierig ist, wenn man sich gerade auf Reise befindet. Schon interessant, diese kleinen Nebenwirkungen, die man im online-schoppenden Alltag gern weniger bedenkt.

Aber wir wollen es mit den Weltuntergangsszenarien mal nicht übertreiben und stellen fest: Fahrenheit 451 kann man lesen, gar kein Problem.