Sonntagslinks

Die Läufer unter uns kennen es: Stabitraining ist elementar. Das Dilemma ist nur: Wie bitte soll man sich zu diesem Rumgewackel motivieren? Durch etwas Virtual-Reality-Training vielleicht. In der obigen Vision gibt’s eine Inspiration dazu. Neben ein paar ernsteren Themen, versteht sich. Und von den Machern gibt es sogar noch mehr. Wie fein.

Weniger fein sind so manche »Studien« zum Verhalten und der Einstellung von Läufern. Und das gilt selbst dann, wenn diese vordergründig total positiv wirken. Wie zum Beispiel jene, die besagt, dass Laufen glücklich macht. Klingt gut, klar. Dumm nur, wenn die Datenbasis quasi ausschließlich durch Teilnehmer an Park-Runs gebildet wird. Da kann man sich eher fragen, warum nur 89% von ihnen meinen, dass Laufen glücklich macht und warum die restlichen 11% überhaupt dabei sind. Mit Verlaub, aber das ist grober Unfug, reichlich sinnfrei und schade um die durchaus interessante Fragestellung.

Was sind eigentlich passende Gelegenheiten, um in einem Jahr mal keinen Literaturnobelpreis zu vergeben? Bisher zum Beispiel die Weltkriege oder tatsächlich der Fall, dass keiner der Kandidaten würdig genug war. Ab diesem Jahr kommt eine neue Variante: Boulevardeskes Verhalten hinter der Bühne. Meine Güte.

Immerhin wird noch gelesen. Auf ganz verschiedene Arten sogar. Man kann sie z.B. sehr gut auf Online-Nachrichtenseiten sehen.

Vor dem Lesen wird natürlich auch geschrieben. Und auch das auf verschiedene Arten. Zusammen im Team zum Beispiel. Kathrin Passig erklärt mal, wie sie das so macht und wie toll das sein kann.

Kürzlich gab’s die re:publica. Das ist so eine feine Veranstaltung, bei der sich die Netzgemeinde mal ganz real trifft, um (sich) ein wenig zu feiern. Und nebenbei passieren großartige Geschichten über die niemand twittert, niemand postet, für die es kein Hashtag gibt.

Ebenfalls auf der Konferenz war übrigens die Bundeswehr. Sie war zwar explizit nicht eingeladen, aber wer wäre sie, um das zu respektieren? Jemand mit Respekt und Verantwortung möglicherweise. Aber das scheint nicht so ihr Ding zu sein. Sie stänkert lieber mal ein wenig herum. Und die Konferenzorganisatoren fragen: Darf eine Verteidigungsarmee im Inneren so agieren?

Der Glaube an den Fortschritt versetzt Berge. und macht uns fast schon blind gegenüber vielen, vielen (viel zu vielen!) Unfalltoten. Es ist eine Crux.

Es gibt da diesen Sonntagsredner, welcher beliebt durch das Land zieht und das Internet verteufelt. Soll er ruhig. Wenn wir denn alle aufgeklärt und ausreichend reflektierend sind, um zu erkennen, dass die einfach klingenden Thesen oft genau das sind: zu einfach.

Zum Abschluss gibt es heute einen recht ausführlichen Metablick auf die ein wenig fundiertere Wissenschaft. In dieser wurden bisher gern schlaue Papiere veröffentlicht. Genau dieses sehr grundlegende Prinzip könnte sich gerade ein wenig aufweichen. Und durch dynamische Notebooks abgelöst werden. Also perspektivisch.