Gehört: Die drei Sonnen, ein Hörspiel in 12 Teilen

Wie kann man eigentlich den Bogen spannen von der chinesischen Kulturrevolution zu einem möglichen Eintreffen von Außerirdischen und dabei auch noch ein Virtual-Reality-Game mit einfließen lassen? Sehr gut kann man das. Zumindest, wenn man Cixin Liu ist und den Roman Die drei Sonnen verfasst hat.

Darin geht es um eine Forscherin, welche als Kind die grausame und ideologisch borniert motivierte Ermordung ihres Vaters miterleben muss und später im streng geheimen Forschungsprojekt »Rotes Ufer« mit Signalen von Außerirdischen operiert. Parallel dazu werden mögliche Szenarien für eine Welt geschaffen, die nicht unseren etablierten naturwissenschaftlichen Gesetzen folgt. Und das passiert eben in einem Virtual-Reality-Game, dessen Grenzen jedoch fließend mit der Realität verschmelzen.

In diesem Dreiergespann aus ideologisch festgefahrener Politik, naturwissenschaftlicher Forschung und virtuellen Fantasien entsteht ein Gewebe, welches mögliche Alternativen zu unserem selbstverständlichen Umfeld der natürlich gegebenen Welt aufzeigt. Das sind keine glücklichen Alternativen. Wenn man dieser Geschichte folgt, liegt die Versuchung nahe, den optimistischen Glauben an unsere Cleverness und einen positiv gestimmten gesunden Menschenverstand aufzugeben. Genau diese Versuchung bieten zu können ist eine große Leistung der Geschichte, welche hier erzählt wird. Und es ist eine großartige Leistung des WDR, welcher eben dieses Erzählen in eine famose Hörspielproduktion gegossen hat. In zwölf einzelne Teile untergliedert entfaltet sich diese über insgesamt etwa sechs Stunden. Es sind Stunden, die mit all ihrer erzählerischen Dramaturgie ganz wundervoll unterhalten.

Eine glasklare Empfehlung.

(Das © für das obige Coverbild liegt beim WDR.)