Gelesen: Passion Laufen von Rafael Fuchsgruber und Ralf Kerkeling

Raphael Fuchsgruber: Man kennt ihn als den Wüstenläufer, weil es nunmal das ist, was er macht: Durch Wüsten laufen. Und das auch recht erfolgreich. Es gibt wohl kaum einen Ultramarathon in trockenen Gegenden, den er noch nicht mitgelaufen und dabei auch auf einem der vorderen Plätze gelandet ist.

Vielleicht kennt man ihn aber auch einfach als recht wiederkehrenden Gast im FatBoysRun-Podcast. So geht es mir zumindest. Dort habe ich ihn zum ersten Mal gehört, vom Little Desert Runners Club hat er erzählt. Das ist eine Gruppe von Verrückten, welche sich zusammengeschlossen haben, um zum jeweils ersten Mal beim Marathon des Sables mitzulaufen, diesem 250-Kilometer-Marsch durch die marokkanische Wüste. Und sie werden dabei von Rafael begleitet, vorbereitet, eingestimmt und fit gemacht.

Cover: Passion Laufen von Raphael Fuchsgruber und Ralf Kerkeling Jetzt gibt es ein Buch, in dem sie mit vorkommen. Passion Laufen heißt es. Und neben Rafael Fuchsgruber ist Ralf Kerkeling als Autor mit dabei, welchen einige vielleicht als Chefredakteur der Zeitschrift aktiv Laufen kennen.

Beide erzählen sie Geschichten. Es sind Geschichten vom Laufen, ganz klar. Es sind aber vor allem auch Geschichten, die sie andere miterzählen lassen. Es sind nämlich Gäste mit im Boot. Diese bekommen jeweils Platz im Buch, um sich ihrem Spezialthema zu widmen. Marco Olmo ist dabei. Dieser schon etwas betagte Italiener scheint sehr zäh zu sein. Während andere nach einem wochenlangen Etappenlauf sich erst einmal ein paar Tage Ruhe gönnen, ist er am nächsten Morgen schon wieder unterwegs und spult weiter sein routiniertes Trainingsprogramm ab. Das flößt Respekt ein, mit Verlaub. Ein anderer ist Kilian Jornet, ein katalanischer Extremläufer, der es fast schon zum Popstar geschafft hat. Auch hier gibt es Motivation pur.

Aber es sind auch harte Fakten im Buch vertreten. Das Coaching kommt hier nicht zu kurz. Oliver Stoll, Frank Schmähling oder Carsten Stegner: Sie geben Tipps zum richtigen Training, Ernährung und orthopädischer Regeneration. Und genau dieser Mix ist es, der das Buch auf der einen Seite irgendwie passend für jede/n macht. Quasi egal, was einen so rund um das Laufen interessiert: Es ist mit dabei. Aber wie das so ist: Wenn man es allen recht machen möchte, klappt’s mit niemandem. So extrem wirkt es hier jedoch zum Glück nicht. Wenn man keinen detaillierten Ernährungsplan für den Marathonlauf möchte, blättert man einfach zweimal weiter und das Dilemma ist geklärt. Das tut nicht weh, das passt schon so. Und obendrein erwartet einen nach dem Umblättern bereits eines der Doppelseiten-füllenden wundervollen Laufbilder. Diese sind nicht nur chic, sondern ansprechend, inspirierend und immer wieder ein Grund, das Buch gern zum Durchblättern in die Hand zu nehmen.

Wir haben hier also ein Buch über das Laufen, das man immer wieder gern in die Hand nimmt? Na dann. So soll’s sein.