Aus dem Regal: Erbsünde von Nika Lubitsch

Cover: Erbsünde von Nika Lubitsch Für den Urlaub darf es gern ein entspannter Krimi sein, oder? So dachte ich mir das. Also habe ich mir für den Medienmix am Strand einen eben solchen geholt. Die Autorin scheint mir auch recht entspannt zu sein. Eine direkte Webseite – Landingpage nennt man das heutzutage – zum Buch gibt es nicht, stattdessen ist es in einer Sammlung aufgeführt, die schlicht mit Meine Morde überschrieben ist. Sehr lässig. Was soll da schon schief gehen?

Nun, die Hauptdarstellerin könnte eine erfolgreiche Bestseller-Autorin sein. Und leider ist sie genau das. Da werden natürlich Autorinnenträume wahr. Da sprüht der Kitsch. Da wissen wir, welche der handelnden Personen während der Geschichte ganz sicher nie auch nur ansatzweise so etwas wie einen Fehler machen wird. Die Befürchtung bewahrheitet sich auch.

Aber so sei es. Irgendwas ist bekanntermaßen eh immer. Und immerhin veranstaltet der Rest der Leute ganz unterhaltsame Dramen. So gibt es einen Clan nerdiger plastischer Chirurgen, die erfolgreich auf einem Haufen Geld zu sitzen scheinen. Da gibt es Kunstwerke, welche sie zwar sammeln, bei denen sich aber niemand so ganz ist, was nun Original und was Fälschung ist.

Und irgendwann stirbt auch jemand.

Womit das Team rund um die besagte Bestseller-Autorin zum Detektivbüro wird. Es sind ein paar illustre Charaktere, jede von ihnen ein Experte in sich wunderbar ergänzenden Gebieten. Das klingt sehr passend. Das ist es auch. Da sie jedoch alle auch ein wenig ihre jeweiligen Schrulligkeiten kultivieren, liest sich das trotzdem sehr unterhaltsam.

Und am Ende reicht es natürlich auch für eine adäquate Klärung des Falles. Selbstverständlich ist zu dieser niemand anderes als besagte Über-Autorin fähig. Aber was sein muss, muss eben sein.

Für den Strand kann ich die Lektüre durchaus empfehlen. Und dafür ist sie ja auch gedacht.