Vom Lesen am Strand und der Zukunft der Verlage

Wenn man am Strand abhängt, kann man nicht einfach nur die ganze Zeit Hochzeitspaare beobachten. Das heißt: Man könnte das natürlich durchaus machen, es laufen jedoch tatsächlich nicht genug davon vorbei.

Also guckt man sich alternativ einfach ein paar Texte an. Ich pendle dafür schlicht zwischen meiner Zeitschrift und einem E-Book auf dem Smartphone hin und her. Wenn ich vor dem Gang zum Strand daran denke, es einzupacken, ist auch ein Taschenbuch dabei. Aber wer denkt da schon immer dran? Ich eben nicht. Insgesamt passt der Mix so aber ganz gut.

Und wenn ich mal aufblicke und mir die Leute in der näheren Nachbarschaft so anschaue, sieht es gar nicht so viel anders aus. Direkt neben uns sitzen zum Beispiel drei Damen. Sie sind wohl alle drei in ihren 50er Jahren, wirken klassisch konservativ, ganz entspannt. Der Hauch des Modernen, er hängt ihnen nicht unbedingt an. Alle drei lesen etwas.

Zwei von ihnen haben einen E-Reader dabei. Es sind verschiedene Geräte. Welche genau, kann ich nicht erkennen. Man möchte schließlich auch nicht zu aufdringlich sein. Die dritte Dame im Bunde macht es wie ich auch: Sie pendelt zwischen ihrem Smartphone und einem gedruckten Text, einem Taschenbuch.

Und in einem Moment der Muße denke ich mir so: Liebe Verlage, eure in letzter Zeit immer wieder publizierten, meist leicht selbstgefällig wirkenden Studien zum stagnierenden E-Book-Markt, sie scheinen suspekt.

Aber vielleicht lesen die Damen auch gar nicht Eure Bücher. Vielleicht sind sie schon weiter.