Verbales Fotobombing

Immer wieder schön an der Küste ist die Kulisse. Man gucke sich nur mal auf den diversen Social-Media-Kanälen um: Der Anteil der Profilbilder mit irgendeiner Art von Wasser, Küste und Strand im Hintergrund ist beachtlich. Dieses Gefühl von Weite, Ruhe, Ausgeglichenheit, Entspanntheit und Sicherheit für eine glorreiche Zukunft passt quasi immer.

Und das passt selbstverständlich auch ganz hervorragend für Hochzeiten und die passenden Bilder dazu. Auch das sieht man immer wieder. So hängen auch wir entspannt am Strand herum, während ein Hochzeitspaar elegant auf und ab flaniert. Sie wirken recht glücklich. Und das trotz ihrer Fotografin. Man muss da auch mal Respekt haben. Wir gratulieren den beiden.

Andere sind da weniger zurückhaltend. Wie beiläufig schlendert ein weiteres Paar vorbei. Ihre Tochter hüpft munter vorweg. Eher unauffällig lassen sie ihre Blicke auf das Brautpaar fallen. Ohne ihr Tempo zu verringern, ohne sich sonst großartig etwas anmerken zu lassen, unterhalten sie sich auch für Außenstehende gut verständlich. Ich belausche sie nicht. Wo kämen wir hin? Und doch kommt alles glasklar an.

»Wir hatten ja ein schöneres Kleid.«

»Und schöneres Wetter.«

»Und eine Robbe.«

Ich glaube, der Wind stand so, dass die Zielgruppe von der süffisanten Anerkennung nichts mitbekommen hat. Ich hoffe es zumindest. Denn auch bei den wenig später folgenden spontanen Schnappschüssen des locker am Strand Liegens, welche die Fotografin aufwändig inszeniert, wirkt das frisch vermählte Paar noch immer recht entspannt und glücklich.

Davon sollen sie auch später gern noch erzählen dürfen.