Aus dem Regal: Brixton Hill von Zoë Beck

Das ist doch mal ein ordentlicher Krimi. Oder Thriller. Oder wie immer es gerade politisch korrekt heißt.

Auf jeden Fall ist das hier spannend. Zoë Beck versteht ihr Handwerk. Hier ist es die Geschichte von Em, Emma Vine, einer Privatbankierserbin, die auf eigenen Beinen steht und der ihr Boden unter den Füßen weggezogen wird. Hier gibt’s Tote. Und das sind nicht irgendwelche, sondern ihre Freundin, ihr Bruder und ein ihr unheimlicher Verehrer. Es gibt Intrigen und sie kommen aus ihrer eigenen Familie.

Es gibt jedoch keinen Starermittler, der als großer Held alles aufklärt. Stattdessen gibt es eine Geschichte, die sich stückweise entfaltet und dabei immer hübsch um Em dreht. Mal von dieser Seite, mal von jener Seite. Stückweise entstehen Unklarheiten. Stückweise lösen sie sich auch wieder auf. Es ist faszinierend.

Eine Schwäche hat die Geschichte jedoch und es ist die so vieler anderer Vertreter des Genres: Am Ende gibt es den Höhepunkt der Auflösung durch einen dramatischen selbstanzeigenden Monolog mit dem Geständnis des Täters. Als könnte es der Leser anders nicht kapieren, bekommt er hier das ganze Motiv und die Details der Taten in einem Rutsch heruntergebetet. Wer zwischendurch beim Lesen mal nicht aufgepasst hat wird hier wieder abgeholt und mit einem zufrieden informierten Gefühl entlassen. Das ist so nett wie überflüssig. Aber wie gesagt: Dieses Schicksal teilt die Geschichte mit quasi allen anderen Krimis. Oder Thrillern. Es ist wohl nicht leicht. Und es spricht somit nicht wirklich gegen dieses Buch. Dafür spricht sehr viel dafür.

Gefällt. Was will man mehr?