Aus dem Regal: Pentecost von J.F. Penn. Deutsch von Tina Tenneberg

Das ist doch mal eine nette Abwechslung. Pentecost – Ein ARKANE Thriller ist ein selbstpubliziertes Buch von Joanna Penn. Dabei handelt es sich um die Dame hinter dem recht unterhaltsamen Selfpublishing-Podcast The Creative Penn. Und da es immer einen Blick wert ist, zu gucken, wer einem da eigentlich lauter schlaue Tipps ins Ohr flüstert, habe ich mir ihr erstes ins Deutsche übersetzte Buch geholt. Wie es sich für Selbstpublizierer gehört, hat sie für die Übersetzung ein interessantes Modell gewählt. Sie ist nicht einfach zu einer Übersetzerin gegangen und hat die Arbeit normal in Auftrag gegeben. Wenn kein (großer) Verlag im Hintergrund dafür sorgt, dass die Risiken abgesichert sind, muss man eben selbst gucken, was sinnvoll ist. In diesem Fall ist es eine Gewinnteilung mit der Übersetzerin. Soll heißen: je besser sich die Übersetzung verkauft, desto besser verdient nicht nur die Autorin, sondern auch die Übersetzerin. Sie teilen sich somit nicht nur das Risiko, sie teilen sich auch das Potenzial nach oben. Ich finde das gut.

Und das Ergebnis ist gelungen. Die Geschichte ist solide erzählt und ordentlich übersetzt. Technisch stört ein wenig die manchmal etwas holprige Silbentrennung. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass diese durch einen Automatismus meiner E-Book-Lese-App verursacht ist.

Inhaltlich geht es um eine Schatzsuche mit religiösem Hintergrund. Dabei kämpfen die guten Archäologen gegen die bösen religiösen Fanatiker. Das ist jetzt nicht bahnbrechend innovativ, zugegeben. Das haben wir schon mehrfach gesehen. Die passenden Analogien kennen viele sicher. Aber das macht gar nichts. Ihren Theologie-Master hat die Autorin ordentlich eingesetzt. Man spürt ihre Leidenschaft für das Thema. Die Handlung spielt quasi weltweit und die verschiedenen Orte sind gründlich beschrieben. Manchmal etwas zu gründlich, aber es passt gerade noch, die Beschreibungen schaffen knapp aber gekonnt die Kurve vor der Schwafelei. Die Handlung ist dabei spannend aufgebaut. Man spürt richtig die einzelnen Etappen der klassischen Heldenreise. Am Ende ist somit fast alles gut. Das ist beruhigend. Immer nur Dramen – das hält doch niemand aus.

Wir haben also eine spannende Geschichte, solide erzählt, ordentlich übersetzt. Was will man eigentlich mehr? Wer Thriller mag, kann sich diesen hier ruhig mal angucken.

Eine Empfehlung.