Es gibt zu wenig Tiere in den Museen

Vor noch gar nicht langer Zeit waren wir im Urlaub. Und bei aller feinen Abhängerei am Strand läuft so etwas nicht vollkommen kulturlos ab. Wir waren schließlich in Dänemark. Das Mindeste, was man dort machen kann, ist, sich ein paar Designwerke anzuschauen. Also sind wir in Museen, Ausstellungen und ganz ordinäre Möbelläden gegangen. Wobei das ordinär nach dänischen Verhältnissen ein ganz anderes ist als man das landläufig so meinen könnte; aber ich möchte das hier gar nicht im Detail vertiefen.

Auf jeden Fall kamen wir zwischendurch in irgendsoeine Ausstellung mit modernem Schnickschnack. Um es nicht zu sehr zu verkomplizieren, verkauften wir es den Kindern schlicht als Museum. Das passte auch. Es gab kein Murren. Der Sohn fand alles toll und hat es angemessen kommentiert. Die Tochter fragte nur: “Und wo sind die Tiere?”

Wir sind dann weiter und tatsächlich noch ins Dänische Designmuseum gekommen. Auch dort war alles recht fein. Stühle gab es viele zu sehen. Auch andere Alltagsgebrauchsgegenstände in eleganter Form. Der Sohn hielt gelegentlich inne, sinnierte, erklärte den Zweck. Die Tochter fragte: “Wo sind hier die Tiere?”

Wie gesagt, haben wir den Schwierigkeitsgrad dann etwas nach unten geschraubt und sind in einige ganz gewöhnliche Möbelläden gegangen. Zum Teil waren dort jedoch genau die gleichen Stuhlklassiker zu sehen, wie im Museum vorher auch. Der Sohn war fasziniert, kam aus dem Staunen nicht heraus und konnte endlich alles einmal probesitzen. Die Tochter fragte nur: “Wo sind hier die Tiere?”

In Dänemarks Kunstbibliothek waren wir trotzdem noch. An Details kann ich mich jedoch gar nicht mehr recht erinnern. Beschwerden gab es aber keine. Nur die Tochter fragte: “Wo sind hier die Tiere?”

Ich weiß gar nicht, wieviel Ausflüge sie mit ihrer Kita schon ins örtliche Naturkundemuseum gemacht hat. Aber sie waren wohl einprägsam.