Zwischen den Zeiten

Der Sohn hat sich aus der Kita verabschiedet. Der Freitag vor dem Urlaub war sein letzter Tag. Erhobenen Hauptes hat er das langjährige Haus der Tagesunterhaltung verlassen, um nur zum gelegentlichen Abholen seiner kleinen Schwester wieder dorthin zurückzukehren.

Bei einem Glas irgendeines feinen Kaltgetränks frage ich ihn während des Urlaubs, was er denn jetzt ist. Ein echter Vorschüler, oder?

Das sei natürlich eine vollkommen absurde Annahme, klärt er mich auf. Er hätte schließlich vor einiger Zeit die Übernachtung in der Kita mitgemacht. Diese fand exklusiv für die Vorschüler statt. Damit wurde diese Phase hochoffiziell abgeschlossen. Irgendwann ist’s auch mal gut.

Ich sehe: Der Nachwuchs hat das mit den Phasen schon souveräner heraus als unsereiner. Aber trotzdem geht er noch nicht zur Schule. Und in den Kindergarten auch nicht mehr. Nihilisten sind wir hier nicht. Irgendwas muss also sein. In irgendeine Schublade muss ich ihn doch herein bekommen.

Der Sohn guckt mich ungläubig an. Wo das Problem sei?, fragt dieser Blick. Er ist gerade ein Ferienkind, sagt der Sohn. Das ist doch ganz klar. Ich sehe das nur viel zu kompliziert.

In drei Tagen ist der Spuk trotzdem vorbei. Dann verstehe auch ich endlich wieder, wie die Welt funktioniert.