Wie man große Zahlen anschaulich vermittelt

Der Sohn ist ein Vorschüler. Man merkt das recht deutlich. Jeden Tag aufs Neue. So liebt er beispielsweise das Spiel mit den Zahlen. Er meistert es schon recht souverän. Er zählt viel und selbständig. Selbst die Grundrechenarten halten Einzug. Addition ist gar kein Problem. Subtrahieren geht in Teilen auch. Multiplizieren gar. Es ist eine Freude, ihm dabei zuzusehen. So sieht Begeisterung aus. Wenn er sich mal vertut im Spiel mit den Zahlen, dann meistens weil er sich vor lauter Eifer überschlägt und das Ergebnis selbst kaum abwarten kann.

Schwierig ist es natürlich auch, wenn er wirklich an seine Grenzen stößt. Denn bei den ganz großen Zahlen, da muss er doch passen. Irgendwann kommt er beim Zählen und Rechnen in Bereiche, die sich nicht mehr ganz logisch aus jenen davor ergeben. Sehr schnell ist dann von Millionen die Rede, von Zillionen auch. Sind vier Milliarden jetzt mehr als fünf Millionen? Trillionen sind auf jeden Fall unschlagbar, oder? Wie gesagt: bei den großen Zahlen, da ist das Leben eines Vorschülers nicht mehr ganz einfach.

Kürzlich haben wir uns zusammen gesetzt, um einen Einkaufszettel zu schreiben. Ich wollte abends nochmal los. Spät an dem Tag. Nachdem die Kinder schon im Bett sind. In solchen Fällen ist es wichtig, dass jeder seine Wünsche vorher kund tut. Wer nicht mitkommen kann zum Einkaufen, muss genau sagen, was er möchte. Ansonsten gibt’s das vielleicht nicht. Auch so ein Papa ist fehlbar, der bringt manchmal echt nur das mit, was auf dem Zettel steht. Das hat der Sohn schon gelernt. Also stellen wir die Liste gemeinsam zusammen. Er möchte Käse. Eine bestimmte Sorge, ganz klar. Und er möchte reichlich. Viel. Viel mehr als er zählen kann. Ganz lange soll ich zählen, bis ich auf die richtige Zahl komme. Er würde dann einfach Stopp! sagen. Mir ist das Spiel jedoch nicht geheuer. Ich frage ihn, ob er nicht wenigstens eine Größenordnung angeben könne. Viel, sagt der Sohn nur. Er möchte unendlich viel Käse haben. Unendlich viel geht natürlich nicht. Ich sage ihm das. Er guckt mich nachdenklich an.

Schlussendlich bringt er es auf den Punkt und sagt: “Papa, kannst Du bitte einfach soviel Scheiben Käse mitbringen, wie Du alt bist?”

Ich habe zehn Scheiben geholt. Damit er gar nicht erst auf die Idee kommt, nachzuzählen.