Aus dem Regal: Der goldene Reiter von Michael Weins

Von Michael Weins hatten wir schon einmal, ach was, zweimal ein Buch hier in der Reihe. Der Mann passt offenbar ins Haus. Das lässt sich schwer leugnen. Und mit der neuen Geschichte, dem Goldenen Reiter, sowieso. Es geht nämlich um eine Frau, die langsam aber sicher verrückt wird. Und wo passt das nicht? Verrückt sind wir schließlich alle. Zumindest so ein bißchen. Da machen wir uns mal nichts vor.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive ihres Sohnes. Der geht noch zur Schule, ist so mittendrin im Teenageralter. Und so eine verrückt werdende Mutter, die während der Geschichte auch in die Psychiatrie kommt, ist natürlich eine herausfordernde Angelegenheit. Man fragt sich zwischendurch so manchmal, ob er es denn schafft, der Junge. Oder ob er auch verrückt wird. Er scheint zumindest kurz davor. Und das nicht nur einmal.

Aber letztlich geht alles gut aus. Es ist beinahe schon ein Happy End, was die Geschichte hier abliefert. Und sie macht es durchgehend auf eine wundervoll erzählte Art.

Das Buch kommt in 119 Kapiteln daher. Diese sind jeweils so charmant prägnant, dass man sie immer mal zwischendurch einschieben kann. Hier muss man gar keine riesigen Lesesessions einlegen, um nicht jedes Mal den Anschluss zu verlieren. Hier kann man das Buch immer wieder in die Hand nehmen und ein oder zwei Kapitel in sich aufnehmen. Das passt. Vor allem passt das für Familienväter wie unsereins, die gern mal zwischendurch lesen. Zum Beispiel mit dem Buch im Kinderzimmer, während alle drumherumtoben. Oder mit dem Smartphone abends im Bett, während schon das Licht aus ist. Oder in der Badewanne, wobei ich jetzt lieber nichts dazu sage, ob ein schönes Buch aus Papier oder ein olles Smartphone dort besser hinpasst.

Ja, da steht: Smartphone. Denn passenderweise liefert der freundliche mairisch Verlag das Buch nicht nur als wundervoll golden gestaltetes Hardcover mitsamt quietschgelbem Lesebändchen aus, sondern legt auch gleich noch das E-Book mit oben drauf. Man kann das auf dem Telefon zum Beispiel mit der ebenfalls sehr schön gestalteten E-Book-Leseanwendung Marvin lesen.

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Das ist total praktisch. Ich mag das so. Medienmix zum Selbstgestalten. Davon können sich andere Verlage mal eine Scheibe abschneiden. So gehört sich das heutzutage. Jetzt mal ganz im Ernst.