Aus dem Regal: Grablichter von Eva Almstädt

Was braucht man für einen soliden Krimi? Meistens hilft eine Leiche, drum herum ermittelt entweder ein Exzentriker oder ein Beamtenpaar, welches erst einmal total inkompatibel miteinander ist, sich am Ende aber am liebsten gegenseitig heiraten würde. Dann gibt es bitte noch eine ganz plausible Fährte, welche auch ausreichend breitgetreten wird, die sich aber letztlich als komplett falsch herausstellt.

All das haben wir hier, bei Grablichter von Eva Almstädt. Es gibt eine Leiche. Vordergründig von einem Unfall, der natürlich keiner ist. Es gibt im nahegelegenen Dorf mit der Planung einer Umgehungsstraße einen ebenso naheliegenden Kontext, der verspricht, für die nötige Aufklärung zu sorgen, es aber letztlich gar nicht macht. Zum Glück haben wir eine Horde von Beamten, darunter besagtes Paar, die uns sorgfältig zum Ziel führen. Als wäre das alles noch nicht genug, gibt es am Ende der ganzen Geschichte mal wieder den üblichen Showdown. Hier steht letztendlich wieder jemand herum und inszeniert sich durch einen glorreichen Monolog als Täter, der alles gesteht und haarklein erklärt.

In welchem Krimiseminar lernt man das eigentlich? Könnte bitte mal jemand einen neuen Kurs entwerfen? Das wäre zu liebenswürdig.

Aber immerhin lernt man im Verlauf der Geschichte etwas über Schrumpfköpfe und auch etwas über Greifschwanzlanzenotter. Erstere sind relativ harmlos, letztere hingegen eher nicht so.

Das hätte ich vorher gar nicht gedacht. So gesehen hat es sich also gelohnt, das Buch.