Vorausplanung

Wir waren gerade ein wenig im Urlaub. Mal ein wenig Abstand von der Monotonie des Alltags gewinnen. Einfach mal die Seele baumeln lassen. Das gibt Ruhe. Das gibt Kraft. Das gibt Muße. Das tut uns allen gut.

Die Kinder nutzen den Freiraum zum Beispiel, um etwas Kunst zu schaffen. Sie tanzen im Wind, sie singen dazu, sie formen Skulpturen, sie bauen Burgen im Sand und natürlich malen sie auch. Sie malen kleine Bilder. Sie malen große Bilder. Es ist ganz egal, wichtig scheint der Schaffensprozess als solcher. Da zählt nicht nur das Ergebnis. Der Weg ist Teil des Ziels. Der Gedanke ist auch schon Handeln. Man sieht es an der Vielfalt der entstehenden Werke. So hat der Sohn mir beispielsweise ein paar Post-it Notes auf den Frühstücksplatz gelegt. Er hat sie mit den Initialen von seiner Schwester und sich selbst versehen. Der kleine Mann ist derzeit fünf Jahre alt. In dem Alter scheint es heutzutage sehr wichtig zu sein, schon etwas Schreiben zu können. Ich verstehe das zwar nicht, akzeptiere es jedoch. Gar keine Frage. Außerdem sind die Initialen der eigenen Kinder selbstverständlich ein Traum, bei dem das Elternherz höher schlägt. Persönlicher geht’s quasi gar nicht mehr. Im nächsten Level malt er mir vielleicht noch ein Herzchen drumherum. Aber ich möchte gar nicht undankbar erscheinen. Die kleinen gelben Notizzettel sind wirklich für sich selbst schon herzallerliebst. Ich freue mich riesig.

Der Sohn sieht’s mir offenbar an und meint strahlend: Papa, wenn ich mal erwachsen bin und Du tot, dann klebe ich Dir den Zettel auf Deinen Grabstein. Als Trost.

Ich gucke plötzlich etwas sparsamer und antworte: Aha, was für ein schöner Trost.

Sohn: Ja. Aber vielleicht vergesse ich es auch.

Urlaubszeit ist halt immer auch eine geruhsame Zeit, in der man sich auf die wirklich wichtigen Werte im Leben besinnen kann.