Aus dem Regal: Der Brenner und der liebe Gott von Wolf Haas

Krimis muss man lesen. Es werden viel zu wenig Krimis auf dieser Welt gelesen. Soviel steht auf jeden Fall fest. Also ab, Krimi geholt. Auf Empfehlung sogar. Da kann ja kaum noch etwas schief gehen.

Cover: Wolf Haas - Der Brenner und der liebe Gott Außer natürlich man erwischt ausgerechnet einen österreichischen Autoren. Aber warum eigentlich nicht mal einen Autor aus Österreich ausprobieren? Man muss auch mal etwas wagen. Nicht immer nur in eingefahrenen Strukturen lesen. Nicht immer nur Hamburger Autoren wegblättern. Also Wolf Haas. Ein Krimi. Auf Österreichisch. Und ich sage mal lieber nicht mehr zur Sprache im Buch. Es wäre sicher unqualifiziert.

Außerdem sind wir doch mal ehrlich: Wen interessiert schon die Sprache bei einem Krimi? Spannend muss er sein. Die Fetzen sollen fliegen. Zur Sache geht’s, da liegt der Witz. Und dem wird die Geschichte durchaus gerecht. Es ist nicht gerade das am schnellsten erzählteste Drama dieser Welt. Aber da wollen wir mal nicht so sein. Es scheint nämlich Absicht. Das respektieren wir. Und immerhin gibt’s nicht nur Tote, sondern auch Bestechliche, ins Güllefass Geworfene und falsch Beschuldigte. Das passt schon für einen Krimi.

Aber jetzt mal unter uns: Was soll der Quatsch mit diesem typischen Ende? Dieser Schluss, bei dem der furchtbar Böse dem großen Aufklärer in einem epischen Monolog haarklein das ganze Drama schildert? Gibt’s ja öfter in Krimis. Gibt’s vielleicht sogar immer in Krimis. Verstehen wir sie sonst nicht, oder was? Es ist auf jeden Fall eine Unsitte. Und es gibt sie auch hier. Fragen bleiben am Ende auf keinen Fall offen. Das wird sichergestellt. Wirklich haarklein auch den letzten denkbaren Zweifel aus dem Weg schreibend. Kleinkindkompatibel. Das ist natürlich furchtbar beruhigend.

Nur ein Buch muss man dafür nicht extra lesen. Auch keinen Krimi.