Gelesen: Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach

Das fängt ja unterhaltsam an. Ein kleiner Pizzalieferant in New York bekommt Besuch von ein paar Anwälten aus Florenz, welche ihm eine Erbschaft vermitteln. Sie erzählen ihm etwas von achzigtausend Dollar. Damit sie seine Reaktion vorsichtig antesten können. Sie erhöhen schrittweise auf Millionen, ganz langsam, damit er ihnen zwischendurch nicht mit einem Herzinfarkt in die Quere kommt. Und sie landen schließlich bei einer Billion. Irre viel Geld also. Geld, dass sich aus einem fünfhundert Jahre alten Testament ergibt, welches mit einer bescheideneren Summe begann und danach ein paar Zinsen und Zinseszinsen angesammelt hat. Mit diesem Geld soll er doch bitte Gutes tun und der Menschheit ihre verlorene Zukunft wiedergeben.

Cover: Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach Soweit zum Setting. Und soweit zum roten Faden, der sich durch den Rest der Geschichte zieht. Insbesondere um diese verlorene Zukunft geht es dabei. Und wie man ihr sinnig mit einem großen Haufen Geld auf die Sprünge helfen kann. Da gibt es ein wenig Hin und Her, ganz klar. Da gibt es die kreativsten Ideen und einige davon erleben wir auch. Nicht alle sind altruistisch nett, versteht sich.

Aber das macht nichts, denn es ist sehr unterhaltsam und kurzweilig, unseren ehemaligen Pizzalieferanten auf seiner Tour durch die Jahre mit dem Geld zu begleiten. Mitsamt Compagnons, Unterstützern, Widersachern, Kontrahenten. Und erstaunlich wenig Frauen. Die wenigen, die es gibt, reichern die Geschichte aber gehörig an, bereichern sie sehr.

Das macht alles viel Freude. Und das obwohl dieser Text schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Sogar das World-Trade-Center in New York steht hier noch. Das ist irgendwie auch mal wieder nett. Alles sehr fein. Wenn man etwas zum Nörgeln sucht, dann ist es vor allem technischer Natur. Im E-Book liegen ein paar Formatierungsfehler vor. Das ist kein Weltuntergang, irritiert zwischendurch jedoch gelegentlich ein wenig, wenn von einem Satz zum nächsten recht große Themensprünge passieren, die normalerweise durch Absatzwechsel angekündigt werden.

Aber sei es drum. Das ist kleinkarierte Rumnörgelei. Das vergessen wir mal gleich wieder. Und freuen uns, dass wir hier einen feinen, spannenden, unterhaltsamen Text von Andreas Eschbach vorliegen haben. Eine Billion Dollar – ich kann sie sehr empfehlen.