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Es ist Saison für die guten Vorsätze. Das ist doch auch mal eine prima Gelegenheit, um sich auch mal ein wenig um die eigene Privatsphäre zu kümmern. Mit Haven zum Beispiel, dieser neuen App aus dem Umfeld des Herrn Snowden zum Schützen der eigenen Umgebung mittels einer Android-App. Denn eins gilt auch im neuen Jahr: Ein kreativer Umgang mit Technologien ist ebenso wichtig wie das Wahren der Privatsphäre. Tatsächlich haben wir nämlich durchaus alle irgendwo irgendwas zu verheimlichen. Und das ist gut so.

Ebenfalls auf der Liste der guten Vorsätze findet sich viel Liebe. Hoffentlich zumindest. Und wie diese mit den (fehlenden) Kratzern auf Smartphones zusammenhängt, erzählt der Berliner Philosoph Byung-Chul Han im Gespräch mit der ZEIT.

Irgendwie auch eine Form von Liebe ist es, wenn die Jugendkriminalität und sonstige Brutalität bei Straftaten abnimmt. Und selbst Fliegen war 2017 so sicher wie lange zuvor nicht mehr. Da sage nochmal jemand, es wird alles immer schlimmer und gefährlicher. Stimmt gar nicht.

Falls jemand Unterstützung beim Vorhaben nach weniger Schokoladenkonsum sucht, lohnt vielleicht ein Blick auf die Chinesen. Diese essen nämlich erheblich weniger Schokolade als unsereins, was unter anderem daran liegt, dass sie schlicht kreativer bei der Wahl ihrer Süßspeisen sind. Unter anderem, wie gesagt.

Wer nicht nur Süßes mag, sondern auch mathematisch begabt und visionär veranlagt ist, kann sich im neuen Jahr möglicherweise dem Durchbruch der Blockchain widmen. Den hat sie in den letzten 10 Jahren nämlich nicht geschafft und das gilt nicht nur für Bitcoin sondern auch allen anderen denkbaren Spielarten.

Alles sehr spannend. Und wer Krimis mag und regelmäßig etwas Zeit übrig hat, kann sich momentan um die Chefredaktion beim Syndikat bewerben.

Es ist immerhin ein Job, für den man nicht durch die Gegend fahren muss. Das verursacht nämlich nur Staus. Wir sollten uns somit vielleicht auch in die Vorsätze schreiben, einfach weniger zu fahren.

Die gewonnene Zeit lässt sich prima ins Lesen investieren. Das machen wir nämlich immer noch, am besten sogar, ohne an verkrampften Literaturschubladen festzuhalten.

Bei der Auswahl des zu Lesendem kann man ruhig auf die momentan lebende Szene setzen. Das Leipziger Literaturinstitut ist ein steter Lieferant von Stoffen. Wir hatten das hier gerade erst. Und dabei kann die Gefahr nicht ganz verleugnet werden, die Wolfgang Tischer recht passend auf den Punkt bringt:


Aber zum Glück gibt es auch Autoren wie Bov Bjerg, dessen Auerhaus ganz wundervoll ist und der trotzdem weiterhin charmant sein Ding durchzieht.

Apropos charmant: Das ist auf einmal auch wieder das Abhängen vor dem Fernseher geworden. Wer hätte das gedacht? Man muss nur aufpassen, dass man immer hübsch seine Rumsitzzeit in Serien und nicht etwa schnöde Filme investiert. Das ist dann nämlich plötzlich politisch korrekt und für einige sogar spannender, als zu lesen. Verrückte Welt.

Einer der beliebten Vorsätze für so ein Jahr heißt gern Mehr Bloggen! Weil manche da etwas vermissen, was irgendwie zu Twitter und Facebook abgewandert ist. Das kann man bejammern oder einfach mal (wieder) machen, Bloggen nämlich. Kiki hat dazu das aktuelle Erinnerungsposting, immerhin auch mit praktischen Tipps zum Integrieren statt Ignorieren der oben erwähnten Plattformen. Damit nicht alle dort enden, wo Herr Fischer gerade steckt.

Wer sich einen Fummel der momentan recht angesagten Jackenschmiede Naketano holen möchte, hat wohl noch genau den Rest des Jahres Zeit dafür. Dann schließt der Laden nämlich. Und zwar ganz ohne insolvent zu sein. Die Gerüchteküche brodelt, glasklar.

Da schauen wir doch mal, was der Rest des Jahres noch so bringt.