Gelesen: Todespakt von Michael Hübner

Na, das Jahr fängt ja gut an. Hier werden die ersten Tage nicht erst sanft gestreichelt und wohlig herumgekuschelt. Hier wird gnadenlos den niederen Instinkten nachgegeben. Und sei es nur bei der Lektüre. So kommt der erste Text der neuen Saison von Michael Hübner. Dieser war vor einer Weile Autor des Monats bei Tolino Media. Da sage doch noch mal jemand, derartige Features in Blogs lohnen sich nicht. Hier haben wir jetzt immerhin ein verkauftes E-Book nur deswegen. Herr Michael hat jetzt quasi ausgesorgt. Oder so.

Cover von Michael Hübners Todespakt Das haben so manche Charaktere in seinem Todespakt jedoch tatsächlich nicht. Wie der Titel vermuten lässt, werden sie nämlich entweder recht unfreundlich ihres Lebens beraubt oder anderweitig arg zugerichtet. Das passiert durch mittelalterlich verkleidete Menschen, welche sich letztendlich als politisch Rechtsgesinnte entpuppen. Das gibt der Vorstellung, dass es sich bei eben solchen um Ewiggestrige handelt noch einmal eine ganz besondere Note. Das hat Señor Hübner solide hinbekommen.

Auch sonst ist dieser Text ordentlich gemacht. So gibt es mehrere Wendungen in der Erzählung, welche den Spannungsbogen angenehm aufrecht erhalten. Die Charaktere sind scharf gezeichnet und überzeugen. Das machen sie dabei auch in ihrer klar und deutlich vorhandenen Unfreundlichkeit. Das politisch Rechtsradikale steckt hier mehr in den Köpfen der Handelnden als in ihren Bomberjacken und Springerstiefeln. Das macht es perfider als es eh schon ist. Schade ist dabei lediglich das Hervorholen des offensichtlich plump Naheliegenden: Der Osten unseres Landes ist hier quasi voll von Nazis, da er dichter an der Grenze zu den primitiv-kriminellen Ländern des Ostblocks ist. Das wirkt argumentativ ein wenig einfach. Aber so sei es.

Dieser Thriller ist bei all dem spannend und handwerklich solide geschrieben. Das passt so. Nicht nur zum Jahresanfang.