Sonntagslinks

Musikalisch gibt es heute Cupidos, eines der Stücke von Sandows Album Entfernte Welten. Es ist ein ganz wundervolles Konzeptalbum, welches die Band u.a. per Crowdfunding auf die Beine gestellt hat. Und das ist gut so. Diese Combo, welche vor Äonen von den damals 13jährigen gegründet wurde, im epischen Rockreport Flüstern und Schreien essenziell mit dabei waren, hat es auch jetzt, im fortgeschrittenen Alter und Reifestadium geschafft, nicht greifbar zu sein. Es ist ganz wundervoll. Ich kann das Album empfehlen, sehr sogar.

Irgendwie auch empfehlen kann man die Krautreporter, wenn auch auf eine ganz andere Art. Gelegentlich sind geradezu unterhaltsam. Zum Beispiel dann, wenn sie uns erklären, dass wir zu einem recht soliden Teil schlicht in Bullshit-Jobs arbeiten. Immerhin richten wir dort wenig Schaden an. Oder?

In dieser Arbeitswelt setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass es oft sinnvoll ist, auf Ergebnisse der Arbeit statt pure Anwesenheit in irgendwelchen Büros zu gucken. Da wird es Zeit, an den Unis genau das Gegenteil zu machen. Und natürlich muss dafür das Bild des faulen Studenten herhalten, der am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben würde. Meine Güte.

Gut, dass wir ergänzend die Blogs haben. Sie kümmern sich auch um Themen jenseits des Mainstreams. Das Jammern über Brötchenpreise zum Beispiel. Da liest man dann, dass es in der Tat schlimm ist, dass alles teurer wird. Warum das denn sein muss. Und man liest, dass es auch schlimm ist, wenn jemand sagt, warum es teurer wird. Und man liest die Bitte, es doch wie früher preiswert zu halten. Ohne die anfallenden Nebenkosten wie Personal und Miete und Strom und was halt so anfällt zu berücksichtigen, versteht sich. Brötchen, also wirklich. Mehr als Mehl und Wasser darf doch da wirklich nicht zu Buche schlagen. Ach, was könnte die Welt doch einfach sein.

Gucken wir auf andere Irrationalitäten, das Autofahren zum Beispiel. Für dieses rechnet Verkehrsmeinungshaber Herman Knoflacher vor, dass es uns in etwa zwei Monate Urlaub pro Jahr kostet. Das ist doch mal ein erfrischender Vergleich.

Weniger erfrischend als erschreckend ist ein ganz nüchterner Blick darauf, was die Spracherkennung von Amazons Echo so alles an Kollateraleffekten mit sich bringt. Und nein, das sind nicht nur Partyscherze. Schöne neue Welt.