Sonntagslinks

Werbung, die berührt – dass es das noch gibt. Saturn bringt die Zuschauer zum Weinen, die Produkte rücken in den Hintergrund. Was sie natürlich nicht wirklich tun, aber das ist trotzdem mal solide gemacht.

Walter Moers ist charmant zurückhaltend in seinem Darstellungsdrang. Als ob das noch nicht genug ist, hat er auch noch eine sehr überzeugende Vorstellung von der Bedeutung und dem Zusammenspiel seiner ganzen Werke. Es seien alles Teile eines großen Puzzles, verrät er in einem Interview mit der SZ.

Falls einem mal eine Autorin oder ein Autor über den Weg läuft und sich komisch zu verhalten scheint: Keine Sorge, das muss meistens so. Nina George erklärt es bei der Autorenwelt recht wortgewand.

Weniger geschickt ist ein Experiment bei den Krautreportern gelungen. Dabei klingt die Idee durchaus verlockend und sinnvoll: Ein Mann isst vier Wochen lang so viel Süßes wie ein Kind und berichtet vom Schockierenden des Erlebnisses. Soweit, so gut. Das klingt nach einem Plan. Kann man sich ja mal angucken. Bis man im Text feststellt, dass er sich »noch nie mit Süßigkeiten beschäftigt« habe, »sie schlichtweg nicht« aß. Na super. Was kommt als Nächstes? Ein Inder, welcher den Geschmack von Rindfleisch beurteilt? Eine Veganerin, welche das beste Carbonara-Rezept sucht? Meine Güte. Aber beruhigend an der Sache ist, dass im Journalismus noch viel Luft für ordentliche Geschichten übrig zu sein scheint.

Gucken wir auf ein anderes Thema, welches unsere Kinder umtreibt: Das »Lustige Taschenbuch« wird 50. Und ist während all der Zeit erfreulich jung geblieben. Mit oder ohne Zucker.

Stellvertretend für den CulturBooks-Verlag hat Zoë Beck mal klargestellt, warum das Zumüllen mit, ähh: Einsenden von, unverlangten Manuskripten bei Verlagen nicht so toll ankommt. Sehr schön sind dabei auch die am Ende dezent in einer Klammer untergebrachten Seitenhiebe auf diese Druckkostenzuschuss-Fallensteller.

Nun ist CulturBooks ein relativ neuer, lebendiger, dynamischer Verlag. Das können nicht alle von sich sagen. Gerade jetzt, im zehnten Jahr sowohl des iPhones als auch des Kindle scheinen einige dezent den Anschluss verpasst zu haben. Im Virtualienmarkt des Perlentauchers ist das Drama charmant zusammengefasst.