Gelesen: Der Auftrag von David Baldacci, Deutsch von Uwe Anton

Cover: Der Auftrag von David Baldacci Hier liefert David Baldacci zusammen mit seinem Übersetzer eine ganz klassische Agentengeschichte aus einer Welt, in welcher der U.S.-amerikanische Präsident noch eine unantastbare Institution war, souverän agierte, Respekt durch überlegtes Handeln erreichte und niemand auch nur auf die Idee kam, dass sich die Chance ergeben könnte, eben dieser Präsident würde sich freiwillig der Lächerlichkeit preisgeben. Oder anders gesagt: In dieser Geschichte ist die Welt noch in Ordnung, in Agenten-Ordnung.

Denn natürlich ist hier gar nichts in Ordnung. Natürlich wird hier ein alter Haudegen aus seinem Spionage-Ruhestand geholt, um ein unerhörtes Verbrechen aufzuklären, bei dem es auch um einen Angriff auf eben den Präsidenten geht. Natürlich kann das außer ihm quasi niemand, weil alle anderen irgendwie mit den Bösen unter einer Decke stecken. Natürlich sind die Russen mit im Boot bzw. greifen dieses an. Immerhin spielen auch noch Mexikaner mit. Als Böse, eh klar. Und immerhin steht dem großen, starken, unangreifbaren Superhelden eine Frau zur Seite, die es zumindest so fast beinahe mit ihm aufnehmen kann. Manchmal, so ein ganz klein wenig und unauffällig ist sie sogar cleverer als er, stärker als er, schneller als er, raffinierter als er.

Und das hilft der Geschichte tatsächlich. Es bewahrt sie zumindest ein klein wenig vor dem Überschwall des Stereotypen. Das ist sonst nämlich tatsächlich stellenweise schwer zu ertragen. Wenn die Cliffhanger zu offensichtlich werden, wenn kleinen Krisen für zwischendurch sich förmlich aufdrängen, wenn wieder alle auf die geniale Eingebung des einen großen Helden in der furchtbar ausweglosen Situation hoffen, dann freut man sich beim Lesen glatt ein wenig über das charmante Ping-Pong zwischen den beiden Protagonisten. Gelegentlich erwischt man sich sogar selbst dabei, ihnen ein romantisches Ende zu wünschen.

Soviel zur Einfachheit des vorhersehbaren Plots. Dieses Erwartbare spricht uns halt doch an. Warum sich da groß wehren? Man kann sich auch einfach mal ein wenig unterhalten lassen. Und das klappt mit diesem Buch durchaus.