Badenmarathon, revisited

Der örtliche Marathon ist oft so ein wenig besonders. Die einen meiden ihn möglichst gründlich, um lieber in entferntere Gefilde zu ziehen. Andere nehmen ihn quasi immer mit. Sei es als eines der Laufhighlights des Jahres oder einfach nur als Chance für einen ordentlich organisierten Trainingslauf mit praktischen Versorgungsstationen.

Als Läufer des Hauses melde ich mich zum Badenmarathon zumindest recht regelmäßig an. Mit dem Laufen selbst klappt’s dann nicht immer. Das war im letzten Jahr zum Beispiel der Fall. So ist das mit diesem Sport: Manchmal läuft’s und manchmal halt nicht so.

Jetzt am Wochenende war es wieder so weit. Wir hatten das gestern in den Sonntagslinks. Also ab, raus auf die Strecke. Im letzten sowie in diesem Jahr begann und endet diese bei der Messe. Für die ortsunkundigen sei verraten: Das ist draußen, vor der Stadt, irgendwo im Niemandsland. Man läuft also sowohl am Anfang als auch ganz am Ende durch die pure Prärie. Außer ungebremstem Wind ist dort niemand. So die Sorge vorab.

Aber wie das so ist: Am Ende kommt es anders, vor allem als man denkt. Durch diverse Staffeln und (ganz neu!) einen Drittelmarathon, der erst zum Ende der Strecke startet, ist es dort draußen dann doch nicht so leer wie befürchtet. Es läuft ganz gut. Vor allem dann, wenn man im letzten Wohnviertel vor der Wüste noch einmal kräftig verbal in den Hintern getreten wird, damit man doch bitte wieder etwas an Tempo gewinnt.

Denn dort hinten, auf den letzten 10% der Strecke, also irgendwo hinter dem 38. Kilometer, da werden glatt schon mal die Beine schwer und der Nacken steif. Man glaubt es kaum, schlimm diese unfitten Typen, die sich trotzdem auf die Strecke trauen. Aber die Motivationssprüche helfen. Ganz am Ende geht es also wieder. Mehr oder weniger grazil über die Ziellinie zu kommen ist somit durchaus drin.

Und darum geht’s ja schließlich: Immer schön die Contenance wahren und unterwegs möglichst viel Spaß haben. Die Organisation dieses lokalen Lauf-Highlights ist dafür ganz hervorragend. Das Unterhaltungsprogramm entlang der Strecke ebenfalls, die Verpflegungspunkte sind nicht nur gut bestückt, sondern man wird sogar zuvorkommend bedient. Das ist schon alles sehr, sehr großartig. Dafür kann man ruhig mal dankbar sein. Bin ich. Ebenso, wie für die Hausgemeinschaft, welche irgendwo im letzten Drittel der Strecke ihren ganz eigenen Versorgungsstand aufbaut und dort sogar Cola serviert. Cola, meine Damen und Herren, Cola ist bei dieser Gelegenheit eine ganz feine Sache.

Wie dieser Lauf. Hat gefallen. Gerne wieder.