Aus dem Regal: Die mechanische Frau von Ingvar Ambjørnsen, Deutsch von Gabriele Haefs

Die mechanische Frau von Ingvar Ambjørnsen Ein Krimi, der in Hamburg spielt, in St. Georg, gar. Die Gegend kennt man. Die Familie ist gern mal da. Gleich um die Ecke habe ich sogar mal gewohnt. Nostalgisch verklärt liest es sich doch am besten, dachte ich mir mal und habe die mechanische Frau von Ingvar Ambjørnsen zum Indiebookday in diesem Jahr geholt.

Wie auch schon im letzten Jahr hat es mit dem Lesen wieder ein wenig gedauert. Wieder ist es ein E-Book. Irgendwie ist die Ablenkung auf dem Telefon wohl doch immer größer als gedacht. Auf jeden Fall ist sie größer als ich gemeinhin zugebe. Aber was soll’s? Gelegentlich gucke ich doch ins Buch.

Und das lohnt sich in diesem Fall durchaus. Nicht nur wegen des Schauplatzes. Auch sonst ist die Geschichte eines Privatdetektivs, der erst für die titelgebende Dame einen Mann sucht – und anschließend den Mörder von eben diesem – sehr unterhaltsam. Die Handlung hat ihre Wendungen. Und auch wenn diese mit ihrem Bezug zum Milieu thematisch irgendwie berechenbar sind, macht es Freude, ihnen zu folgen.

Sprachlich wirkt es durchwachsen. Ich möchte das jetzt nicht der Übersetzerin in die Schuhe schieben. Aber manche der Metaphern sind ein wenig holprig. Da wird ein Türklingeln schon mal zu einem elektrischen Signal. Der Türsummer danach glatt ebenfalls. Soso. Und was die Prostituierten Nutten sich in der Kälte abfrieren, passt sprachlich nicht hier ins Blog.

Nun denn, wenn es sein muss.

Das muss es natürlich nicht wirklich. Die Story käme problemlos ohne dem aus. Sie ist spannend und gut zu lesen. Vor allem, wenn man es etwas zügiger macht als ich.

Eine Empfehlung.