Meta, meta, Väter

Die Zeiten, sie sind mal wieder reif. Und zwar für eine Metadiskussion.

Das meine ich gar nicht mal so negativ, wie das jetzt vielleicht auf den ersten Blick wirken mag. Ich finde Metadiskussionen total super. Sie relativieren so schön die ordinären Dramen des Alltags. Und sie schaffen es selbst dann, wenn sie genau diese zum Thema machen.

Wie im aktuellen Fall. In diesem fragt die von mir sehr geschätzte Frau Ziefle, wo die Männer sind; die Väter, um genau zu sein. Sie sieht sie wohl nicht, nimmt sie nicht wahr. Die Typen verstecken sich alle. Wahrscheinlich im Büro.

Tja, was soll man dazu sagen? Außer: seufz. Echtjetztmal.

Alles andere auch nur halbwegs vom Herzen kommende wäre doch jetzt nichts anderes als billige Anbiederei, oder? Ich meine: Klar sind wir da. Geht ja kaum anders. Kinder ohne Väter – das ist technisch sicher irgendwie auf eine Art quasi durchaus möglich. Aber darum geht’s ja wohl nicht. Das scheint mir nicht ganz die Abwesenheit zu sein, von der Pia da spricht.

Und zurück bei der eigentlichen Fragestellung scheint mir das Thema genau das zu sein: sehr meta. Klar sind wir Väter da. Klar kümmern wir uns um die Kinder. Das ist nämlich total super. Das macht auch uns total Spaß. Aber vielleicht reden wir insgesamt etwas weniger darüber. Das mit der Kommunikation, das können wir nämlich nicht. Das wissen doch alle. Man hört es ja immer wieder. Das ist quasi Fakt Numero zwei; es kommt gleich nach dem fehlenden Vatersein: Reden können wir nicht, Schreiben auch nicht, schon gar nicht im Internet und noch viel weniger über Gefühle; und sei es die für unsere Kinder und wie großartig wir sie finden, Windelnwechseln und Hausaufgaben und Kitadienst und Musikschulbesuche mit eingeschlossen.

Nein, stattdessen arbeiten wir nur und drücken uns vor allem. Glasklare Sache.

Ich nehme mich da gar nicht aus. Und verrate hier ganz offen: Seit den Kindern verbringe ich viel mehr Nachtschichten am häuslichen Schreibtisch. Und finde das recht großartig so. Nur über das, was in der tagsüber gewonnenen Zeit so passiert, mag ich jetzt gar nicht reden. Denn, nun, tja, also, ach: siehe oben.