Sonntagslinks

Letzte Woche hatten wir hier Harald Lesch zu Bildungsthemen. Heute gibt es Hagen Rether mit ein paar ähnlichen und doch wieder ganz anders gelagerten Kommentaren zur Schule, den Ferien und dem Spaß, den wir mit Urlaub haben. Oder eben auch nicht. Es ist unterhaltsam. Und trotzdem anregend.

Ebenfalls anregend ist die Sache mit dem Laufen. Wir thematisieren das hier ja mit fast schon so etwas wie Regelmäßigkeit. Aber trotzdem noch lange nicht so gelungen wie Frau Schmitt. Sie merkt zum Beispiel sehr wortgewandt an, dass man das mit dem unbeschwerten Laufen lieber genießen sollte, so lange es noch geht. Mit der Ruhe könnte es nämlich bald vorbei sein. Aber mal ganz was anderes: Hat eigentlich schon jemand ein Drohnenabwehrgerät in der Entwicklung? Ich könnte mir ein entsprechendes Crowdfunding-Projekt als sehr lohnenswert vorstellen.

Wenn es doch lieber etwas für den Kopf, nicht den Körper sein soll, dann werfen wir mal wieder einen Blick auf die Buchbranche. Sie ist für Themen immer gut, scheint es. Auch wenn es gar nicht einleuchten mag, warum wir manche Themen überhaupt (noch) auf der Agenda haben. Das mit den Frauen und ihrem Anteil bei der Besetzung von Führungspositionen sowie anderweitig sichtbaren Posten. Ich meine: Wir reden hier von Büchern, von Texten, von einem Thema also, bei dem das Geschlecht der Personen dahinter nun tatsächlich egaler nicht sein könnte. Aber man lese nach bei Nina George und stelle fest: Dem ist nicht so, das Geschlecht scheint sehr relevant. Immerhin der Titel ist schön: Entschlumpft Euch!

Viel angenehmer, na zumindest viel sinnvoller und inhaltlich orientierter ist da doch die Aktion für eine Lesung für die Demokratie und gegen den Populismus. Es geht hier zwar um Berlin, und das auch erst im September, aber immerhin scheint das Geschlecht der Organisatoren total egal zu sein. Das ist doch was. Und da die eigentliche Aktion unter worldwide reading firmiert, relativiert sich das mit dem Berlin auch ganz schnell wieder.

Wer dieses ganze Gerede von Frauen und ihren Rollen und dem oft fehlenden Sinn hinter den Debatten für modernes Zeug hält, darf sich übrigens gern an ganz unerwarteter Stelle umsehen: Bei George Orwell nämlich. Der hat nicht nur 1984 und dieses Buch mit den Tieren geschrieben, sondern auch eine recht gesunde Einstellung zu realen gesellschaftlichen Themen.

Das schaffen wir auch, oder?