Sonntagslinks

Markus Stockhausen macht Musik. Und der Name verpflichtet natürlich. Aber er lässt sich nicht beeindrucken, sondern beeindruckt eher selbst. Ganz analog an der Trompete. Auch eine Art, sich von normverderbenden Elektronik-Vorfahren abzugrenzen.

Eine Nachricht wurde kürzlich durch das digitale Dorf getrieben: Die reichsten Familien in Florenz sind die gleichen wie schon vor 600 Jahren. Und es schwang ein latent empörter Unterton durch. Was sehr kurios ist, vor allem, wenn wir einmal darauf gucken, was Geld sehr gut kann: Dinge ermöglichen. Und dazu gehören natürlich auch Dinge, die wieder zu entsprechenden Einnahmen führen. Es gibt auch wenig Grund, das anzuprangern. Es ist schön, wenn Dinge entstehen, Neues passiert. Auch dann, wenn dieses anfänglich nicht geschenkt zu haben ist und somit jemand helfen kann, der es finanziert. Und dafür irgendwann gern auch einen Ertrag erwirtschaftet. Das ist allemal sinnvoller, als Geld müde auf Tagesgeldkonten vor sich hin dümpeln und unter dem Strich an Wert verlieren zu lassen.

Ein klarer Vorteil der florentinischen Traditionswahrerei ist zum Beispiel, dass sich ganz klassische Bräuche, wie jener des Tagebuchführens über Jahrhunderte in einer Familie bewahren lassen und zu richtigen Schätzen werden.

Ganz anders passt zum Thema eine Kolumne von Michalis Pantelouris (ja, der mit dem Olivenöl), in welcher er sich über eine Architekturzeitschrift echauffiert, welche nicht seinen persönlichen Lebensalltag widerspiegelt. Das ist auf der einen Seite irgendwie drollig, auf der anderen jedoch auch komplett sinnfrei, überflüssig und Zeitverschwendung. Was hätte er nur stattdessen lesen können, worüber hätte er nur Feines schreiben können? Hach. Und die naheliegende Frage ist natürlich, warum ich das jetzt gelesen habe und mich darüber aufrege. Widmen wir uns doch lieber angenehmen Sachen.

Nehmen wir zum Beispiel den bis eben ältesten Link in meinem Instapaper. Dessen Überschrift klingt zwar auch ein wenig deprimierend (der Roman ist tot, also wirklich), aber inhaltlich geht es darum, dass auch in unseren aktuellen Zeiten noch Raum für viel Neues ist. Auch, wenn eigentlich alles schon geschrieben, komponiert, entworfen, skizziert oder sonst was wurde: Im Remix, in der Neukomposition, im geänderten Kontext, in modernen Verlagsformen gibt es trotzdem neue, aufregende Gestaltungsmöglichkeiten. Und es ist vollkommen egal, ob wir die alten, klassischen Schubladen darauf anwenden können. So gehört sich das.

Aber wechseln wir noch einmal das Thema. Und stellen fest, dass im Fall, dass einem mal jemand anderes irgendwie dumm kommen sollte, man sich lieber bloß nicht darüber ärgert. Die meisten meinen es nämlich nicht nur gar nicht so, sondern wollen schlicht sagen, dass es ihnen selbst gerade nur mäßig gut geht. Ein Trost.

Da hilft wohl nur: Glücklich sein. Übrigens auch beim Schreiben, das hilft meist sogar den dabei entstehenden Texten. Passenderweise gibt es jetzt einen Editor, der nur bei glücklichen Benutzern funktioniert. Wie großartig.

Fehler können sich natürlich trotzdem einschleichen. Aber irgendwas ist bekanntlich ja immer.