6 + 1 Runden für den guten Zweck

Kürzlich saß ich mit dem Nachwuchs am Tisch. Und einer der beiden Experten fragt doch glatt: »Papa, warum laufen eigentlich nicht alle mit einem Rock durch die Gegend?«

Tja, ich weiß es doch auch nicht. Dabei suche ich mir durchaus immer mal wieder Gelegenheiten, bei denen ich auf Gleichgesinnte stoßen könnte. Aber es findet sich trotzdem selten jemand. Zumindest selten jemand mit Rock.

Das macht aber nichts. Man freut sich ja auch so, andere mal wieder zu treffen. Laufen ist schließlich gemeinhin ein eher einsamer Sport. Hier im Haus zumindest. Die ganz normalen Trainings-, Entspannungs- und Feierabendrunden werden allein gedreht. Das ist nicht schlimm. Das muss so. Das passt. Gelegentlich kann es trotzdem nicht schaden, mal mit anderen zusammen zu laufen. Und diese Gelegenheiten gibt es halt bei dem, was man gemeinhin Laufevent nennt. Wir hatten das z.B. kürzlich in Kandel.

Heute hingegen gab’s den Hoffnungslauf. Dabei läuft man nicht einfach eine feste Distanz, wie es sonst gemeinhin üblich ist. Sondern man läuft Runden. Diese sind jeweils 3,5km lang und führen durch ein idyllisches Städtchen im Nordschwarzwald, also den Südstaaten. Von diesen Runden läuft man einfach so viele, wie man es selbst für angemessen und geeignet hält. Und alles dient obendrein einem guten Zweck, soziale Projekte werden durch die Einnahmen rund um den Lauf unterstützt. Das ist ein sehr erfrischender Ansatz.

Man erspart sich zum Beispiel die gemeinhin immer gleichen Fragen nach der Zeit, die es sonst nach dem Lauf gibt. Stunden, Minuten, brutto, netto: Knallharte Fakten sind es, die zählen. Damit beeindruckt man sich gegenseitig. Damit deprimiert man sich auch. Nicht immer passiert das eine oder andere mit Absicht oder freiwillig. Aber so sei es.

Heute ist das anders. Heute ist zumindest die Kennzahl eine andere. Heute fragt man schlicht: »Und, Runden?«

Es kann so einfach sein. Eine Runde sollte jede(r) geschafft haben, sonst zählt das ganze nicht. Bei mehr als zehn wird es sportlich. Da kommt man dem Marathon recht nahe. Einige gönnen sich diesen Spaß tatsächlich.

Bei mir waren es sechs Runden, dann war ich erschöpft. Das entspricht in etwa dem, was ich momentan meist so als längere Runde der Woche absolviere. Das passt also. Auch, wenn ich sonst nicht immer so erschöpft bin, wie ich mich heute nach der sechsten Runde fühlte. Da es bei diesem Hoffnungslauf jedoch um den guten Zweck und ehrenwerte Ziele geht, habe ich nach dieser sechsten Runde noch eine weitere hinten dran gehängt. Für ihn hier:

Er ist ein wenig der Pechvogel der lokalen Timeline. Läuft routiniert mehr und schneller als so manch andere von uns in ihren besten Zeiten. Und wenn es darauf ankommt und große Ziele anstehen, lässt er sich von irgendwelchen Verletzungen und anderen Unpässlichkeiten aus der Bahn werfen. So geht das nicht. Für so jemanden hängt man gern eine Hoffnungsrunde an den Lauf hinten ran. Irgendwas muss man ja machen.

Und es hat Spaß gemacht. Beim nächsten Mal dürfen dann übrigens sehr gern mehr Männer im Rock mit dabei sein. Ich schulde schließlich den Kindern noch eine Antwort.