Sonntagslinks

Auf Ralf Ruthe ist Verlass. Wenn mal alles drunter und drüber zu gehen scheint, wenn irgendwie gar nichts mehr geht, dann hilft eines seiner Cartoons bestimmt weiter. FLOSSEN – Der Hebel zum Beispiel.

Kommen wir aber mal zu etwas ganz anderem. Spielen wir mal ein kleines Spiel. Jeder überlegt jetzt bitte kurz, welche drei Namen ihr oder ihm spontan aus der aktuellen Literaturszene einfallen. Na? Ich fange mal an und sage: Karla Paul, Pia Ziefle und Zoë Beck. Nach etwas Überlegen kommen dann auch Männernamen hinzu. So ist’s ja nicht. Vorher stolpere ich aber über das hier von einer der drei Damen. Und ich stelle fest: Da passt doch was nicht. Das klingt nach einer totalen Parallelwelt. Oder bin ich hier aus Versehen in einer literaturfeministischen Filterblase gefangen? Absicht war das dann sicher keine. Denn mal im Ernst, die Autorin Alina Bronsky bringt es recht treffend auf den Punkt, wenn sie in einem Interview mit dem Spiegel sagt:

Dieser Wettkampf zwischen den Geschlechtern ist doch hochgradig albern.

Dabei gibt es neben den schreibenden auch noch andere faszinierende Frauen. Zeichnende zum Beispiel. Wie Kiki, die in aller gebührenden Bescheidenheit von sich selbst das sagt, was vielen von uns Typen auch gut stehen würde:

Ich bin mehr so der Typ Binge-Creating.

Na prima.

Das ist jedoch womöglich ein ganz feiner Ansatz: einfach mal machen. Etwas machen. Das ist zumindest viel sinniger, als immer nur zuzugucken und ansonsten auf bessere Zeiten zu hoffen. Ausgerechnet bei Edition F gibt es passenderweise die nette Erinnerung daran, dass dieses Machen nur im Hier und Jetzt funktioniert, nicht in irgendeiner Zukunft. Wie weise.

Weise können Männer natürlich auch. Es ist ein Trost. Lars Reineke liefert ein Beispiel, wenn er nochmal kurz nachdenkt, bevor er einfach jemanden anpöbelt. Es hat tatsächlich geholfen. Das scheint mir ein lohnenswerter Ansatz zu sein.

Um jetzt jedoch nicht zu sehr in den Motivations-Aphorismen oder der Feminismus-Schleife gefangen zu bleiben, hole ich mal wieder den ältesten Link aus meinem Instapaper heraus. Das ist doch bestimmt irgendsoein Techno-Nerd-Kram, der sich dort versteckt. Tja, leider geirrt. Die oben schon verlinkte Zoë lässt die aus Südafrika stammende Autorin Charlotte Otter sagen, was Kriminalliteratur leisten kann. Die Aussage überrascht erst einmal, dabei liegt sie natürlich viel näher als man erst einmal denkt. Tja.